Sonntag, 09.02.2014 

 

 

 

 

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Nachdem wir am 22.1. auf dem Stellplatz bei Torre del Rio de La Miel ankommen, entscheiden wir uns

am nächsten Tag, einfach noch eine Nacht länger hier zu bleiben. Das Wetter ist einfach super: Kaffee,

Frühstück, Mittag draußen... 

 

bei Torre del Rio de La Miel (GPS: 36.75130,-3.80967)

 

 

Als ein holländischer Mann, der mit seinem Hund hier neben uns hält, von seinem Strandspaziergang

zurückkommt, erzählt er uns, dass unten am Strand ein Aussteiger lebt, der Steine bearbeitet. Hier

gibt es eine Menge Vulkangesteine, die man ganz gut bearbeiten kann, wie ich selbst ausprobiert

habe.

Wir gehen auch den steilen Weg nach unten an den Strand und finden ihn: den nackten Steinhauer.

Er ist Franzose, 62 Jahre alt, lebt von seiner Kunst und ist im Grunde schon sein ganzes Leben so

unterwegs. Seit sieben Jahren ist er schon hier, vorher lebte er auf Kreta und den Kanarischen Inseln.

Er ist Großvater, seine Tochter schneidet auf Fotos immer den unteren Teil ab, damit man nicht seine

komplette Nacktheit sieht, usw., usw... In der kurzen Zeit, die wir unten am Strand sind, bekommen wir

sein halbes Leben erzählt. Edda kauft einen Stein.

 

 

Am 24.1. dann fahren wir weiter. Es geht vorbei an etlichen riesengroßen Plastik-Gewächshäusern

und wunderschön blühenden Mandelbäumen: 

 

 

 

 

 

Wir kommen pünktlich zum Sonnenuntergang in Los Banos de Guardias Viejas an, suchen aber ziemlich

lange nach einem geeigneten Schlafplatz. Es ist alles unwirklich hier. Zwischen den riesigen "Plastikstädten"

gibt es dann die anderen, die "Schlafstädte". Diese sind teilweise in so ärmlichem Zustand, dass man

kaum glauben kann, dass hier Menschen leben.

 

Wir finden einen Platz, der ist so voll von Wohnmobilen, dass wir keine Lust haben, uns dazuzustellen.

Wir fahren also noch mal nen Kilometer zurück und bleiben auf einer großen Freifläche am Meer stehen

(GPS: 36.69980,-2.85424). Außer uns ist noch ein Wohnmobil da. Es scheint keinen zu stören, dass wir

hier stehen.

 

Am Samstag, den 25.1. gehts nach ausgiebigem Frühstück im Freien weiter Richtung Cabo da Gata.

Diese Ecke Spaniens hatte uns der Nacktsteinhauer empfohlen, da sie sehr unberührt sein soll.

Auf der Suche nach einem Schlafplatz und bereits in der Nähe des Cabo da Gata fahren wir solche

wunderschönen Straßen entlang:

 

 

 

Irgendwann ist der Sand rechts neben der Straße nicht mehr so lose und das Meer unmittelbar daneben.

Wir halten einfach an und bleiben die Nacht hier:

 

 

Cabo da Gata (GPS: 36.74201,-2.21106)

 

 

Es ist traumhaft hier. Kaum Autos, wenig Menschen, viel Sonne, viel Meer! Da wir zeitig hier sind, sitzen

wir noch ausgiebig draußen, bevor die Sonne untergeht und ihr rotes Licht auf Berge und Wolken wirft:

 

 

 

Vor uns das Meer, hinter uns die Berge im Abendlicht:

 

 

 

Da es hier so schön ist, bleiben wir am nächsten Tag ziemlich lange hier, brutzeln lesend in der Sonne

und fahren erst gegen 16 Uhr weiter.

Wir müssen noch mal ein Stück die gleiche wunderschöne Straße zurück, die wir gekommen sind.

Was wir am Tag zuvor nicht bemerkt haben: es gibt hinter Meer und Straße einen See, wahrscheinlich

Salinen (vielleicht alte?). Dort sehen wir beim Fahren etliche Punkte, die nicht aussehen wie Reiher,

sondern wie... Ja, Flamingos! Wir halten an, laufen ein Stück quer durch die "Savanne" zu einem Aus-

guck und sehen sie: in Scharen stehen hier die Flamingos im Wasser: 

 

 

 

 

 

 

Nach diesem schönen Erlebnis fahren wir weiter Richtung La Isleta und kommen hier gegen 17 Uhr an.

Ein wunderschöner Platz an einer Bucht, die Sonne geht unter! Unser Blick bei der Ankunft aus dem

Wohnmobil:

 

La Isleta (GPS: 36.815519,-2.051742)

 

 

Am nächsten Morgen werde ich wach, es ist kurz vor acht und die Sonne geht auf. Ich bin ganz aufgeregt,

denn es scheint rötliches Licht durch das Fenster. Ich mache die Dachluke im Alkoven auf, und gucke raus:

 

Sonnenaufgang in La Isleta

 

 

Es ist irre beeindruckend! Schnell ist Edda auch wachgerüttelt und beide gucken wir zu, wie irgendwann

die Sonne am Horizont hervorlugt.

Nach dem Frühstück laufen wir dann etwas in der Umgebung herum. Es ist ein keines Fischerdorf, noch

ganz ursprünglich und bezaubernd.

Der Blick zurück zu Wohni (oben links) - am Strand hat sogar jemand im Zelt übernachtet:

 

La Isleta

 

 

La Isleta

 

 

La Isleta

 

 

La Isleta

 

 

La Isleta

 

 

Fast würden wir noch eine Nacht bleiben, so schön ist es, aber zum einen zieht Wind auf, und hier

stehen wir sehr ungeschützt, zum anderen sind wieder einmal fast alle Wohnmobile am Vorabend

einfach verschwunden, so dass wir das Gefühl haben, hier nicht stehen  zu dürfen.

Außerdem haben wir kaum noch etwas zu essen, wir müssen einkaufen, und unsere Hinterlassen-

schaften entsorgen.

Also fahren wir weiter. Bei der Ausfahrt vom Platz sehen wir dann auch das Schild: Camper verboten.

Naja, da haben wir wohl Glück gehabt.

 

Weiter geht es über Serpentinen bei strahlend blauem Himmel:

 

 

 

Gegen 16 Uhr kommen wir auf dem nächsten Platz an, der unser Schlafplatz für die Nacht sein soll.

Wir stehen hier allein, sehen aber weiter entfernt von uns einige Wohnmobile. Da aber keine

Verbotsschilder zu sehen sind und wir lieber nicht ganz so eng mit den anderen stehen wollen,

bleiben wir hier allein stehen.

Auch direkt am Meer, hier ist der Sand grau vom Vulkangestein, richten wir uns ein und haben sogar

vor, ein kleines Feuer zu machen, da genau vor unserer Nase bereits eine alte Feuerstelle existiert: 

 

 

 

Als wir gerade draußen Abendbrot essen und das Feuer gezündet ist, kommen in der Dämmerung ein

älterer Herr und eine Dame mit großem Hund zu uns spaziert. Sie sind nett, nicht belehrend, aber

erklären uns, dass wir hier eigentlich nicht stehen dürfen und schon gar kein Feuer machen dürften.

Das mit dem Feuer wissen wir. Das ist hier auch nicht anders als zu Hause. Dass das Grundstück

privat ist und zu der weiter oben gelegenen Ferienanlage gehört, konnten wir nicht wissen.

Also lassen wir das Feuer ausgehen, bleiben aber hier stehen. Es ist mittlerweile dunkel.

Es weckt uns auch nachts niemand oder scheucht uns weg, aber der (mal wieder) aufkommende Wind

macht uns nachts zu schaffen.

 

Völlig unausgeschlafen fahren wir am Dienstag, den 28.1. weiter und kommen nach kurzer Fahrzeit

in der Nähe von San Juan de los Terreros an. Hier scheint ein offiziell inoffizieller Stellplatz zu sein,

denn es stehen bereits einige Wohnmobile hier.

Auch hier ist es noch etwas windig und bewölkt, aber wir sind auch etwas müde, so dass wir drinnen

lesen und es uns gemütlich machen.

Den nächsten Tag, der als Regentag vorhergesagt wurde, verbringen wir auch größtenteils im Wohni.

Als gegen Abend der Himmel aufreißt, gibt es einen wunderschönen Ausblick:

 

San Juan de los Terreros (GPS: 37.351601,-1.680576)

 

 

Am Donnerstag, den 30.1. ist wieder bestes Wetter, mit Temperaturen, dass ich ab und zu aus der Sonne

gehen muss, weil es mir fast zu viel ist. Wir essen draußen und fahren am frühen Nachmittag weiter.

 

Da wir mal wieder Lust haben, in einem netten Ort in einem Café zu sitzen, halten wir Ausschau unterwegs

und machen nach nur einer halben Stunde Fahrzeit Halt in Aguilas. Hier trinken wir Kaffee, essen ein paar

Tapas und schreiben ein paar Postkarten. Der Kellner, ein älterer Herr, singt und pfeift laut vor sich her.

Die Menschen, die vorbeifahren, haben fast alle ein Lächeln auf den Lippen.

Es ist bemerkenswert: die Menschen hier sind oft viel ärmer als die Menschen zu Hause, aber scheinen zufriedener. Die Sonne und die Wärme machen etwas mit einem. Würden wir in Deutschland

300 Sonnentage haben, wäre es ein glücklicheres Land, mit glücklicheren Menschen.

 

Nachdem wir dieses Treibenlassen mit Kaffeetrinken usw. ausgiebig genossen haben, fahren wir

weiter und kommen eine halbe Stunde später in der Umgebung von Cope an. Den Platz finden wir

durch Glück. Ein paar Wohni's stehen hier, es ist ruhig, eine einsame Bucht, im Hintergrund die

Berge. Traumhaft! 

 

Cope (GPS: 37.45180,-1.48157)

 

 

Den nächsten Tag, es ist Freitag, der 31.1., bleiben wir dort stehen. Am Tage kommt eine Reiterin

vorbei, wir gehen spazieren, Edda legt Patiencen, abends gucken wir Filme und ich mache spät noch

Arme Ritter für Edda und Eierkuchen für mich.

Am 1.2. schlafen wir lange. Es ist Samstag und wir müssen eigentlich noch einkaufen. Na, das kann

ja wieder heiter werden...

Aber irgendwie gibt es doch immer wieder unterwegs nen Lidl (oder was ähnliches), der hier sogar

sonntags geöffnet hat. Das mit dem Tabak kaufen, ist meist schwieriger. Die Tabaccos haben meist

geschlossen, wenn wir unterwegs sind, und an Tankstellen gibt es keinen.

Als wir also alles, bis auf Tabak, haben, steuern wir einen Stellplatz an, der in der Nähe von Cartagena

an, da wir mal wieder ne Waschmaschine gebrauchen könnten.

Unterwegs durch die herrlichen Berge eröffnen sich dann plötzlich wunderschöne Blicke in die Ebenen,

in denen hier gerade die Mandelbäume blühen:

 

 

 

 

 

 

 

 

Auf dem Stellplatz (N37°39'13'',W1°0'12'') kommen wir am späten Nachmittag an. Gleich wird die

Waschmaschine in Beschlag genommen.

Im Internet habe ich gelesen, dass sie WiFi haben, also starte ich sofort den Computer und sauge

aus der Mediathek alles, was ich an brauchbaren Filmen finden kann.

Während der Rechner arbeitet, fahre ich noch einmal kurz mit dem Fahrrad in den Ort und kaufe im

Tabakladen ein, der jetzt keine Siesta mehr macht. Das ist dann also auch erledigt.

Fast im Dunkeln hängt Edda Wäsche auf, ich koche Curry.

Da wir hier WiFi haben, setz ich mich dann später noch an den Rechner und erstelle für die letzten

Routen, die wir gefahren sind, die Google-Karten. Also Edda um 2 Uhr wach wird, rauchen wir noch

eine zusammen und dann kann geschlafen werden.

Über Nacht lädt der PC weitere Filme, so dass am nächsten Tag, als wir weiter fahren wollen, ca.

dreißig neue Filme auf dem Laptop sind.

Nachdem Edda am Morgen alle Scheiben vom Wohni geputzt hat und wir ent- und uns mit Wasser

versorgt haben, düsen wir weiter. Dies aber nicht, ohne den Markt, der um die Ecke stattfindet,

aufzusuchen. Unser Stellplatz-Vermieter, der übrigens überaus zuvorkommend und freundlich war,

hatte uns den Tip gegeben. Wir fahren also nur um die Ecke und schlendern los. Eine Mischung aus

Obst- und Gemüse- und Klamottenmarkt:

 

 

Wir kaufen einige Dinge und fahren dann weiter zu einem möglichen Stellplatz. Hier angekommen

(GPS: 37.954722,-0.70437) müssen wir aber feststellen, dass man nicht weiter auf den unbefestigten

Wegen hinter dem Meer fahren darf. Wir parken also nur kurz auf einem Parkplatz, essen Mittag und

fahren dann weiter. Wir fahren dann irgendwann, irgendwo hinter Santa Pola, auf einer kleinen Straße

am Meer entlang, wo wir einfach in einer Haltebucht stehen bleiben. Es ist das erste Mal wieder seit

langem, dass es ein Stückchen unbebautes Gebiet hier am Meer gibt.

Das Meer ist glasklar und nur wenige Schritte von uns entfernt. Die Sonne strahlt zum Abend hin wieder

ihr schönstes Rot.

 

Am nächsten Tag, es ist Montag, der 3.2., fahren wir ca. 10 km, um ein, zwei weitere Stellmöglichkeiten

auszukundschaften, fahren dann aber wieder zurück und bleiben in der Nähe des letzten Stellplatzes

stehen, nur etwas weiter weg von der Straße.

Hier haben wir wieder einen phantastischen Blick auf die abendroten Berge, diesmal die hinter Alicante:

 

Blick vom Stellplatz (GPS: 38.197121,-0.514973) Richtung Alicante

 

 

Am 4.2. sitzen wir direkt am Wasser auf Felsen, trinken Kaffee und frühstücken hier.. Wir beobachten

eine Familie, die es sich neben uns in der kleinen Bucht gemütlich macht. Der (wahrscheinliche)

erwachsene Sohn zieht sich einen Neoprenanzug an und geht mit Harpune ins felsige Wasser. Die

(wahrscheinliche) Mutter zieht sich ebenfalls einen Neoprenanzug, Schnorchel und Taucherbrille über

und verschwindet ebenfalls im Wasser. Trotz Handicap (ihr Fuß hängt schlaff herunter, wodurch sie

nicht richtig auftreten kann) schnorchelt sie bestimmt eine Stunde im Wasser umher und legt dabei

einige Kilometer zurück. Ich krieg Lust, auch zu sehen, was die beiden sehen. Aber ohne Neopren??

 

Naja, nachdem wir genug geglotzt und ausgespannt haben, fahren wir weiter. Wohl oder übel müssen

wir heute durch Alicante und Benidorm durch. Auf dem Weg entdecken wir inmitten der Betonwüste

diesen See (?) und die Flamingos, die sich anscheinend hier trotz der Bebauung wohl fühlen:

 

 

 

 

 

 

Kurze Zeit später steuern wir auf Benidorm zu, das Manhattan Spaniens:

 

Benidorm

 

 

Das ist wirklich unglaublich: diese Riesenhäuser hier. Wir wollen einfach nur schnell dran vorbei.

Hinter Bendidorm kommt irgendwann der kleine Ort Altea. Hier suchen (und finden) wir einen Parkplatz

und laufen die Strandpromenade entlang, die hier sehr gelungen ist. Kleine Café's und Restaurants

reihen sich hier aneinander. Wir sitzen draußen und essen seit langer Zeit mal wieder Sushi.

Wir vertrödeln die Zeit hier und fahren erst gegen 16 Uhr weiter. Da ich keinen Stellplatz auf Lager habe,

müssen wir wieder mal einen suchen. Es ist schwer, alles ist hier zugebaut. Ob ganze Berghänge voll Villen

oder Hochhäuser am Strand... Kein Stück Natur ist hier unangetastet geblieben.

Es wird dämmerig, wir fahren schon mit Licht und biegen dann, nachdem es immer bergauf ging, in eine

kleine Straße ein. Sie führt zum Cap de Sant Antoni. Nur Bäume, erst wenig, dann keine Bebauung mehr.

Kurz vorm Cap gibt es linker Hand ne Haltebucht zwischen Pinien. Die nehmen wir und stellen uns hier

hin (GPS: 38.80524,0.18881).

Auf der anderen Straßenseite ist die Hangseite und man kann unten die Bucht der Stadt Xabia mit seinen

vielen Lichtern sehen. Der Ausblick ist wunderschön, wir denken auch, dass wir windgeschützt stehen,

denn es scheint wieder windig zu werden, aber wir sollen in der Nacht eines besseren belehrt werden.

Es stürmt so dermaßen, dass ich gar nicht schlafe und Edda nur sehr schlecht.

Völlig zerknittert stehe ich dann endlich um kurz nach sieben auf und mache den ersten Kaffee.

Erstmal zu mir kommen. Es dauert und dauert.

Ich stelle fest, dass wir das erste Mal seit unseren ersten Routen durch Nordfrankreich im Oktober letzten

Jahres wieder östlich des Nullmeridians unterwegs sind...

 

Der Wind wird nicht besser und wir fahren nach kurzem Frühstück nur ein paar Kilometer, bis wir nach Denia

kommen. Hinter dem Ort gibt es wieder einige "tote" Ortsteile. Hier stehen zwar Häuser, aber niemand

scheint hier zu wohnen. Es sind Ferienhäuser, Hotels oder Privatwohnungen, die vielleicht zu anderen

Zeiten, nicht jedoch jetzt belebt sind.

 

Hier fahren wir in eine Sackgasse, die am Meer endet und halten

(GPS: 38.85879,0.06675).

 

Es ist ruhig, das Meer ist zu sehen. Es ist ok. Wir bleiben und gehen nach einem Kaffee beide noch einmal schlafen, so kaputt sind wir.

Stürmisch ist es hier am Meer auch, aber durch die Häuser stehen wir absolut windgeschützt. Wir genießen

die Ruhe und dass niemand am WoMo zerrt.

 

 

 

 

Am Donnerstag, den 4.2. scheint die Sonne so verlockend vom Himmel, dass wir mit Stühlen die paar Meter zum Strand gehen und lesen, frühstücken. Später legt sich auch der Wind, so dass es einfach herrlich ist, hier zu sitzen.

Zwischendurch geht Edda was kochen und kommt mit zwei Tellern zum Strand. Wir mampfen gemütlich, es gibt noch einen Kaffee, bis ich auf einmal von meinem Stuhl aufspringe, "Edda, Edda" rufe und "guck mal",

wie blöde mit dem Finger zum Ufer zeige, noch ungläubig darüber, was ich da eigentlich sehe.

Taucher, Schnorchler?? Aber niemand war in den letzten Minuten hier am Strand außer uns.

Das geht alles in Sekundenschnelle durch meinen Kopf, bis ich begreife: es sind Delfine!

Zwei Delfine fast am Ufer gestrandet:

 

 

Sie stoßen ihre Nase im flachen Wasser in den Boden, um wahrscheinlich etwas Essbares zu finden.

Dann schwimmen sie etwas vom Ufer weg, bleiben aber weiterhin in der Nähe.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Leider war ich immer einen Tuk zu langsam, so dass ich nicht ihr Gesicht aufnehmen konnte.

Aber was für ein Moment! Man, man, man! Und wir haben uns schon gefragt, was wir hier in dieser

doofen Sackgasse verloren haben... Jetzt ergibt es einen Sinn.

 

 

Da sich der Müll in Beuteln im WoMo türmt und wir mal wieder das Klo entsorgen müssen, fahren

wir am 7.2. dann weiter. In Oliva sehen wir durch Zufall einen ausgeschilderten Stellplatz, wo wir alles

rund um Wohni erledigen können. Edda geht noch bei Lidl einkaufen und weiter geht die Fahrt.

Im Naturschutzgebiet L'Albufera fahren wir einmal durch den  netten Ort El Palmar und finden ganz in

der Nähe einen Besucherparkplatz, der relativ leer ist, auf dem wir übernachten wollen

(GPS: 39.34615,-0.31672).

Es stürmt den ganzen Tag wie verrückt, so dass oberste Priorität für uns ist, einen windgeschützten Platz

für die Nacht zu finden. Hier stehen wir inmitten von Pinien und anderen Bäumen, es ist nahezu windstill.

Ich gehe noch zum Strand, während Edda sich hinlegt. Dort drehe ich aber schnell wieder um, da es

tatsächlich immer noch zu windig ist. Und ich in kurzen Hosen... Tssst! Es war so warm vorher im Wohni..

 

Die Nacht wird wirklich still und geruhsam, so dass wir ausgeruht am 8.2. weiter Richtung Valencia fahren.

Es sind ca. 18 km bis ins Zentrum, die wir in einer halben Stunde schaffen. Als Ziel habe ich Chantal den

Mercat Central eingegeben. Dort gibt es aber keine freien Parkplätze, fast nur Parkhäuser...

Nach einiger Fahrerei im Kreis finden wir auf einer Verkehrsinsel, die weiß durchgestrichen ist, einen

Parkplatz, wie für uns gemacht! Neben drei, vier anderen Autos stehen wir dort und laufen den Kilometer

zum Markt zurück.

 

Diese Markthallen sollen mit die schönsten in Europa sein. Laut Reiseführer über 350 Stände... 1928 errichtet...

Wir tauchen ein in die Vielfalt der Schinken, der Käsesorten, des Obstes, des Gemüses, der Meerestiere...

Es ist toll, ich kann meinen Blick kaum abwenden. Das Treiben reißt einen mit.

Mercat Central, Valencia

 

Wieder draußen trinken wir gleich neben dem Eingang einen Kaffee und lauschen erst einem, und nach

Ablösung, einem weiteren virtuos spielenden Gitarristen. Wir träumen in Valencia...

 

Dann laufen wir zum WoMo und fahren Richtung Norden aus Valencia heraus. Einige Kilometer später

beginnen wir mit der Schlafplatzsuche. Es ist wieder nicht so einfach - wegen dem Wind.

Irgendwann werden wir fündig.

Zwar nah zur Bebauung, da aber

alles momentan unbewohnt ist,

haben wir keine Hemmungen,

uns hier hinzustellen. Durch die

Häuser windgeschützt sehen wir

trotzdem das türkisfarbene Meer

und fühlen uns recht wohl: 

Chilches (GPS: 39.76238,-0.15992)

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Unser Blick bei der Ankunft Richtung Süden, Valencia:

 

 

 

 

unsere Route von Torre del Rio de La Miel nach Chilches vom 22.01.-08.02.14 (ca. 800 km):

 

 


 

 

 

 

 

 

 

Montag, 24.02.2014

 

 

Die Zeit vergeht. Unaufhaltsam!

Seit dem letzten Eintrag vor zwei Wochen sind wir ein gutes Stück Richtung Heimat gefahren. Wir

kommen schneller voran als gedacht, da, wie weiter oben schon beschrieben, schöne Plätze hier

am Mittelmeer in Spanien rar sind und wir auf der Suche nach einem schönen Rast-  bzw. Schlafplatz

oft weit fahren. So manches Mal kommt nur ein Platz am Rand eines momentan unbewohnten

Wohnviertels bei der Suche raus.

 

Am Sonntag, den 9.2. fahren wir von Chilches weg und, weil uns die Hochhäuser dermaßen nerven,

etwas abseits ein Stück in die Berge. Es ist wunderschön hier. Kleine Straßen führen durch blühende

Mandelbaumplantagen. Irgendwo hier wollen wir uns hinstellen und eine Nacht bleiben. Wir

finden auch eine Nische am Rand einer wenig befahrenen Straße und bleiben.

Wenn man die Tür aufmacht, duftet es nach Bergen! Nach Nadelbäumen! Es ist ein wunderbarer

Geruch.

Am nächsten Morgen ist es aber sehr kalt. Ich gucke aus dem Dachfenster und genieße den Blick

auf die Berge und die Mandelbäume:

 

Schlafplatz für eine Nacht (GPS: 40.10823,0.08164)

 

 

Ein Grund, warum es so kalt geworden ist - also im WoMo -, ist, dass die Batterie leergegangen ist

über Nacht. Warum, weiß ich nicht genau. Jedenfalls ist ohne Strom nicht an heizen zu denken.

Wahrscheinlich ist die Heizung also auch schon mitten in der Nacht ausgefallen. Brrrrr!

Da es sich bewölkt, kann sich die Batterie nicht durchs Solarmodul aufladen. Ich denke aber, dass durch

die Lichtmaschine bei der Fahrt genug Strom erzeugt wird, dass sich die Batterie wieder so richtig

vollsaugen kann und wir auch gut heizen können.

 

Wir fahren also am 10.2. irgendwann hier weg, obwohl wir gern noch eine Nacht länger hier geblieben

wären und steuern das Delta del Ebre in ca. 100 km Entfernung an. Dort soll es auch einen offiziellen

Stellplatz geben.

Unterwegs haben wir so starken Sturm, dass ich Mühe habe, Wohni in seiner Spur zu halten. Es ist

grenzwertig und wir wollen nur noch runter von der Hauptstraße auf kleinere Straßen.

Irgendwie schaffen wir 70 km und fahren dann über eine kleinere Straße Richtung Ebro-Delta. Da es

so stürmisch ist, suchen wir uns allerdings bald schon einen windgeschützten Platz, anstatt den

offiziellen Platz zu nehmen.

Es wird mal wieder eine Anwohnerstraße, die am Meer endet, aber eng genug ist, um uns vor dem

einfallenden Wind zu schützen.

Es ist mittlerweile später Nachmittag, wir essen was, lesen und gucken später einen Film. Es wird

immer stürmischer und wir wissen schon, dass, wenn es so bleibt, nicht an schlafen zu denken sein

wird. Die Palmen um uns herum biegen sich im Sturm, so dass man sich wundert, dass sie dem

standhalten können. Riesige Palmblätter fliegen durch die Gegend.

Von zu Hause erfahren wir noch, dass es an Frankreichs und Spaniens Atlantikküste riesig hohe Wellen

gibt und Menschen durch Windböen ins Wasser getrieben und nicht wieder gesehen wurden.

 

Nach dem Film gehe ich raus und schaue mich draußen um. Wie die Lage ist, und ob es noch einen

besseren Platz zum Stehen für die Nacht gibt. Ich kann mich kaum gegen den Wind vorwärts bewegen.

Ich finde einen Platz in einer Querstraße direkt hinter einer hohen Häuserwand. Auf dem Weg zurück

sammle ich noch einige Palmblätter auf. Edda freut sich.

Dann fahren wir also um die Ecke und stehen eins A hinter dem Haus und kriegen von dem Wind

tatsächlich nur noch die starken Geräusche um uns herum mit. Wohni steht still. Was für eine Wohltat!

Wir gucken noch einen Film und gehen dann schlafen. - Dick angezogen, da sich die Batterie wider

Erwarten nicht bei der Fahrt regeneriert hat und wir also nicht heizen können.

Gerade als wir beide kurz vorm Einschlafen sind, knallt etwas genau über mir auf den Alkoven von

Wohni. Wir erschrecken. Edda fragt gleich, ob ich noch lebe...

Och man!!! Grad fast weggenickt, muss ich doch gucken, was das war. Ich wühle mich aus dem Bett

und gehe raus: ein Stück Dachpappe vom Haus, an dessen Wand wir stehen. Naja, wenigstens liegen

keine Dachziegel drauf. Also wieder ins Bett gekrochen. Irgendwann kommt noch ein Stück geflogen,

aber wir schlafen irgendwann einfach und das auch ganz gut.

 

Am nächsten Morgen, es ist Dienstag, der 11.2., werden wir von Sonnenstrahlen, blauem Himmel

und Vogelgezwitscher geweckt. Wir gehen raus: es ist absolut windstill!! Als wäre nie etwas

gewesen. Verrückt! Wir haben überlebt!

 

Nach Kaffee und Frühstück sammeln wir in der Umgebung noch mehr Palmblätter ein und verstauen

alles in der Box auf dem Dach - hier geht nun nichts mehr rein.

Danach fahren wir über das Ebro Delta.

 

Das Delta del Ebre ist das Gebiet, wo der Ebro, Spaniens längster Fluss, in das Mittelmeer mündet.

Durch Sedimente, die der Fluss hier über Jahrhunderte angespült und die sich also hier abgelagert

haben, ist eine ziemlich große flache Fläche entstanden, auf der sich allerlei Vögel wohl fühlen und

aufhalten. Hier wird Reis angebaut. Im Frühjahr werden die Felder geflutet, dann wird alles grün auf

dieser Halbinsel und im Herbst wird geerntet. Diese flachen Sumpfflächen sind ein Eldorado für Reiher,

Störche und viele andere Vögel:

 

Silber- und Graureiher, Delta del Ebre

 

Graureiher, Delta del Ebre

 

Silber- und Graureiher, Delta del Ebre

 

Reiher? - Schnepfen? ... Delta del Ebre

 

 

Wir wissen nicht, was das für Vögel sind, diese schwarzen... Die Größe, wie man unten auf dem Foto

sieht, ist eher wie die einer großen Möwe bzw. die eines Kuhreihers...

 

Reiher? - Schnepfen? ... Delta del Ebre

 

 

Delta del Ebre

 

Auch bei diesem "Huhn" wissen wir nicht, was es genau ist. Es hat einen roten Schnabel und dieses

weiße Hinterteil...

 

Jedenfalls fahren wir auf dieser Halbinsel kreuz und quer, kleine Straßen entlang, immer hat man den

weiten Blick über das flache, sumpfige Land. Wir bleiben immer wieder stehen, staunen, wundern und

fotografieren. Wir sehen auch einen Storch, aber die anderen Störche müssen wohl schon auf dem

Weg "nach Hause" in den Norden sein...

 

Irgendwann fahren wir dann von der Halbinsel runter und steuern einen offiziellen Stellplatz mit

Stromanschluss in Cambrils, Miami Playa (!) an: 

 

offizieller Stellplatz in Cambrils (GPS: 41.04296,0.00466)

 

 

Dies ist ein Campingplatz mit Stellfläche für Wohnmobile. Wir schließen Wohni gleich an den Strom

an und die Batterie freut sich. Dann schmeißen wir noch zwei Waschmaschinen an und trocknen alles

im Riesentrockner.

Abends machen wir Eierkuchen und arme Ritter, schauen einen Film und genießen die Ruhe direkt am

Meer.

 

Am nächsten Tag, es ist der 12.2. sitzen wir draußen in der Sonne, frühstücken, lesen.

Der Platz hier gefällt uns. Es ist hier sauber und ordentlich, aber alles ist irgendwie schlichter. Kein

Schicki-Micki-Platz mit Pin für den Strand o. ä. Einige Spanier leben hier in ihren Wohnwagen, abends

hört man beim Vorbeigehen hier und da etwas Musik oder es riecht nach leckerem Essen. Ab und zu

sieht man ein schwaches Licht aus einer Behausung. Es mutet alles etwas alternativ an, aber genau

das gefällt uns:

 

 

 

Hier noch ein Bild mit Wohni:

 

Cambrils

 

 

Wir bleiben hier auch gleich zwei Nächte, weil wir uns so wohl fühlen.

Am Donnerstag, den 13.2. jedoch geht es dann weiter für uns. Wir fahren nach Tarragona rein, finden

einen Parkplatz, von dem aus wir in die Altstadt laufen. Leider ist mal wieder Siesta und demzufolge

die Straßen ziemlich menschenleer. Wir trinken einen Kaffee und gehen Richtung Meer, schauen uns

das alte Amphitheater an:

 

Tarragona

 

 

Am Nachmittag essen wir noch was im Wohni - Restaurants hatten allesamt zu - und fahren weiter

Richtung Barcelona. Bald schon beginnen wir mit der Schlafplatzsuche.

Wir bleiben in Cunil direkt am Meer auf einem Sandparkplatz stehen (GPS: 41.19341,1.63458). Rings um

uns Wohnhäuser, aber hier wo wir stehen, gibt es eine kleine Promenade, ein Stück ohne Häuser.

Radfahrer, Jogger, Spaziergänger kommen vorbei.

 

Am nächsten Tag, Freitag, der 14.2. sitzen wir fast den ganzen Tag draußen am Wasser, hinter uns

Wohni. Wir tanken ordentlich Sonne und genießen es.

Dann, relativ spät schon, entscheiden wir aber trotzdem weiterzufahren. Wir stehen ohnehin ungern

so öffentlich länger als eine Nacht irgendwo.

Also geht es weiter Richtung Barcelona. Nach Sitges führt uns eine tolle Straße hoch am Felsen über

dem Meer entlang, die Abendsonne im Rücken.

In Castelldefels fahren wir ab Richtung Yachthafen und stellen uns einfach auf einen Parkplatz direkt

an der Straße:

 

Parkplatz Castelldefels (GPS: 41.26357,1.93647), Blick zurück Richtung Süden

 

 

Die Nacht ist erst noch etwas laut durch die Autos, später wird es etwas ruhiger.

Am nächsten Morgen werde ich durch die heraufkommende Helligkeit kurz vorm Sonnenaufgang wach

und beobachte vom Bett aus, wie die Sonne über dem Meer aufgeht. Danach schlafe ich nochmal ein.

Etwas später stehen wir auf, frühstücken. Die Sonne scheint wieder herrlich, auch hier Jogger, Radfahrer,

Fußgänger, Skater - alle sind unterwegs.

 

Wir fahren zeitig weiter und kommen kurze Zeit darauf duch Barcelona durch. - Wir wollen auf einen

Campingplatz nördlich von Barcelona, um dann mit dem Bus nach Barcelona reinzufahren und hier ein

paar Tage zu bleiben.

Der Campingplatz ist in Mataro. Als wir ihn jedoch erreichen, ist er geschlossen. Er öffnet erst wieder

im März. Also suche ich über Chantal und Iphone einen anderen Campingplatz raus, der einen Zuganschluss

nach Barcelona hat. Er ist in El Masnou. Also noch mal 15 km zurück nach Süden.

Das Herrliche ist, die Straße seit Barcelona führt immer direkt am Meer entlang. Es ist traumhaft.

Wir kommen dann am frühen Nachmittag in El Masnou an, checken ein. Der Campingplatz ist terassenförmig

angelegt und ist sehr grün. Es gefällt uns hier.

Dann überlegen wir, was wir weiter machen. Eigentlich hält uns hier nichts, wir wollen nach Barcelona.

Also packen wir einen Rucksack mit ein, zwei Wechselklamotten, unserem Ersatz-Propankocher, Kaffeebecher,

einem kl. Topf, Kaffee, Kaffeesahne, Reiseführer, Kamera und zuckeln los Richtung Bahnhof.

Ca. 300 m entfernt fahren wir dann mit dem R1 los nach Barcelona. Die Bahnstrecke führt genau wie die

Straße direkt am Meer entlang. So fahren wir in die langsam hinuntergleitende Sonne nach Barcelona:

 

Blick auf Barcelona

 

 

Gegen halb sechs kommen wir hier an, steigen am Plaza Catalunya aus und laufen zu Fuß Richtung Süden

die Avenida Portal de l'Angel entlang. Wir sind plötzlich mitten im Getümmel:

 

Barcelona

 

 

Es trifft uns fast wie ein Schlag: so viele Menschen auf einem Fleck haben wir jetzt ewig nicht gesehen.

Wir freuen uns und wundern uns.

Aus einem Reiseführer hatte ich ein, zwei preiswerte Hotels bzw. Hostels rausgesucht, die wir nun

ansteuern wollen. Im Grunde laufen wir auf direktem Weg zum Hostel "Rembrandt". Wir stehen davor,

ohne es erst zu merken, so unscheinbar ist der Eingang mitten in einer Einkaufspassage.

Wir gehen rein, lassen uns Zimmer und Bad zeigen und buchen 3 Nächte für insgesamt 120 Euro.

Es ist wirklich winzig, unser Zimmer, aber es reicht für unsere Zwecke:

 

Barcelona, Hostel Rembrandt

 

 

Das Bad, was allerdings ein Gemeinschaftsbad ist, hat sogar eine Badewanne!! Leider nur fehlt der

Stöpsel, aber dafür lassen wir uns noch etwas einfallen. Ein Bad muss sein!

 

Wir haben sogar einen kleinen französischen Balkon und hier einen netten Blick in die Gassen:

 

Barcelona

 

 

Schnell packen wir die drei Sachen aus, die wir bei uns haben und gehen wieder raus, mischen uns unter

die vielen Menschen... Es ist ein Eintauchen in ein Treiben, ein eingeschlossen werden in einen Sog,

dem man sich nicht widersetzen kann (und will).

Wir gehen planlos durch die Gassen, kaufen einen neuen "Spiegel",kommen an einer Kirche an, sehen,

dass heute Abend ein Konzert stattfinden soll. Spontan kaufen wir zwei Karten - für 21:30 Uhr!!

Ein Konzert des spanischen Gitarristen Manuel Gonzalez.

An dieser Kirche ist ab und zu Markt für ökologische Lebensmittel, wie auch heute. Wir kaufen Salami, Schafskäse, Brot und eine Flasche Rotwein.

Dann schlendern wir weiter, kommen wieder zurück und essen noch eine Kleinigkeit in einem

Restaurant gegenüber der Kirche und genießen den Blick:

 

Barcelona

 

 

Das Konzert wird super und wir laufen danach einfach nur ein, zwei Straßen, bis wir wieder im Hostel

sind und todmüde auf das Bett fallen. Noch etwas Käse, Wurst und ein Schluck Wein, dann ist endgültig

Sense für heute. Wir sind platt!!

 

Da das Wetter am nächsten Tag, es ist Sonntag, der 16.2., nicht so gut werden soll, entscheiden wir

uns, ins Aquarium zu gehen. Solche Touri-Attraktionen sind normalerweise nicht unbedingt etwas für uns,

aber unter Haien spazierenzugehen - das wollen wir uns nicht entgehen lassen.

Also laufen wir erstmal los, nachdem wir ein, zwei Kaffee mit unserem Propankocher auf dem Zimmer

gemacht haben.

Bis wir am Aquarium ankommen, ist es halb drei, obwohl es nicht so weit von uns entfernt ist. Man

kann aber gar nicht anders. Überall ist etwas zu entdecken, zu sehen, zu gucken.

Zuerst ist die kleine Tapas-Bar an der Cathedrale zu erwähnen, wo man vorzüglich und für relativ wenig

Geld frühstücken kann. Dann die Cathedrale selber! Wir schauen sie uns an. Wir gehen zum Kreuzgang

und beobachten die weißen Gänse, die hier seit dem Mittelalter leben, um böse Geister mit ihrem

Geschrei zu verjagen.

Auf dem Platz vor der Cathedrale spielt eine Folklore-Band bestehend aus jungen und älteren Musikern

alte (wahrscheinlich katalanische) Lieder und viele, viele Menschen bilden Kreise, fassen sich an den

Händen und tanzen in bestimmten Schrittfolgen dazu.

 

Aber irgendwann schaffen wir es und kommen am Aquarium an. Es ist beeindruckend, allerdings können

wir kaum noch stehen oder laufen, so dass wir uns immer wieder irgendwo hinsetzen müssen - und das

schon nach einem halben Tag! Das wird ja lustig!

Hier unsere Eindrücke an diesem Tag:

 

Hai im Aquarium, Barcelona

 

 

Haie im Aquarium, Barcelona

 

 

Oktopus im Aquarium, Barcelona

 

 

weiße Gänse im Kreuzgang der Cathedrale, Barcelona

 

 

Cathedrale, Barcelona

 

 

katalanischer Volkstanz, Cathedrale, Barcelona

 

 

Gasse in Barcelona

 

 

Blick vom Aquarium Richtung Barri Gotic, Altstadt, Barcelona

 

 

Tapa Fina, Wine-Bar, Barcelona

 

 

Ach ja, als wir an der Cathedrale so unsere Runden drehen, finden wir eine Touri-Info, in der wir nach

Flamenco fragen. Eine sehr nette Frau, die mit spanischem Akzent deutsch spricht, empfiehlt einem

jungen Paar vor uns, wo sie Flamenco in wunderschöner Atmosphäre erleben können - ohne das ganze

Touri-Schnick-Schnack-Programm. Sie zeigt Ihnen die Location auch noch auf dem Computer, ich schaue

über die Schulter.

Als wir dran sind, sage ich ihr, dass wir das Gleiche auch haben wollen. Sie gibt sich sehr viel Mühe,

ihr Drucker spinnt herum, doch nach einer Weile kommt das Ticket doch noch aus dem Technik-Wunder

und wir gehen freudig von dannen.

Wir vertreiben uns noch etwas Zeit und gehen dann um halb acht in der Nähe des Picasso-Museums

im Palau Dalmases zum Flamenco:

 

Flamenco im Palau Dalmases, Barcelona

 

Es ist ein herrlicher Abend! Es ist wirklich bezahlbar und gut. Maximal 70 Menschen schätzen wir,

passen hier hinein und die Plätze sind ausverkauft.

Die fünf auf der Bühne machen richtig Tempo und haben Spaß an dem, was sie machen. Wir lassen

uns mitreißen und es hält uns kaum auf den Stühlen.

Danach müssen wir einen längeren Weg zum Hostel nehmen und es hat angefangen zu regnen. Durch

die Gassen führt uns das Iphone auf dem kürzesten Weg, aber die verwinkelsten Gassen entlang.

Erledigt und noch im Flamencorausch fallen wir aufs Bett und schlafen ziemlich schnell ein.

 

Am nächsten Tag, Montag, der 17.2., wollen wir dann zur Sagrada Familia, Gaudi's Superbau...

Aber vorher: nehmen wir das Bad in Beschlag. Ich baue aus einer kleinen Tüte und einem leeren Teelicht

einen Abflussstöpsel. Es funktioniert. Erst geht Edda rein. Als ich danach reingehe, traue ich meinen

Augen kaum: die Wanne ist randvoll mit Wasser!!

Ach, was ist das herrlich! Ausgiebig baden wir beide und fühlen uns wie neu geboren hinterher.

 

Danach gehts erstmal in unsere Frühstücks-Tapas-Bar Bilbao Berria am Platz mit der Cathedrale!

Als wir satt sind, laufen wir nordwärts durch Barcelona und tatsächlich sehen wir sie irgendwann:

 

Sagrada Familia, Barcelona

 

 

Wir sind so kaputt vom Laufen. Wir sind nichts mehr gewohnt. Wahrscheinlich zu viel Müßiggang sonst...

Zurück muss ein Taxi her.

Aber erstmal sind wir hier und Edda ruft mich ganz aufgeregt. Sie hat grüne Vögel entdeckt, die ab und

zu auf dem Weg landen und Futter suchen. Ich komme dazu, sehe aber erstmal nichts. Alle wie vom

Erdboden verschluckt. Wir warten noch etwas, gehen durch den kleinen Park vor der Sagrada Familia

und entdecken sie dann wieder: Mönchsittiche. Die einzige Papageienart, die Nester baut:

 

Mönchsittich, Barcelona

 

 

Mönchsittiche, Barcelona

 

 

Mönchsittiche, Barcelona

 

 

Mönchsittich, Barcelona

 

 

Mönchsittiche, Barcelona

 

 

Mönchsittich, Barcelona

 

 

Dann endlich, als wir uns von den tollen Vögeln abwenden können, lassen wir den Blick über die Kirche

schweifen. Wir sehen den Eingang und die Ticketverkaufsstelle und... eine riesige Schlange anstehender

Menschen. Och man, ich kann nicht mehr stehen! Edda war bereits vor einigen Jahren in der Kirche,

ich noch nicht. Das, was ich auf Bildern bereits gesehen habe, möchte ich mir gern in Wirklichkeit

ansehen, aber ich bringe es nicht fertig, mich hier anzustellen. Es geht nicht.

Also ziehen wir etwas enttäuscht wieder von dannen. Man sollte, das hab ich aber erst hinterher

erfahren, sich sein Ticket über das Internet buchen. Da gibt es dann anscheinend ein Zeitfenster, in

dem man in die Kirche kann und muss (möglicherweise) nicht mehr anstehen.

Einmal noch um die ganze Kirche herum: 

 

Sagrada Familia, Barcelona

 

 

... gehen wir dann zum Taxistand und lassen uns wieder in die Altstadt bringen. Weil wir so fußlahm

sind, aber noch etwas von Barcelona sehen wollen, lade ich Edda zu einer Busrundfahrt ein.

So fahren wir wohl 2 Stunden die rote Route durch Barcelona, auch durch Gegenden, wo wir sonst

nicht hingelaufen wären, z. B. an den Olympiastätten auf dem Montjuic vorbei.

Nach einer Weile gehen wir vom Oberdeck nach unten, weil es zu kalt oben ist. Unten kann man aber

kaum etwas sehen. Man muss sich ganz schön verrenken.

Wir ruhen uns etwas aus, aber im Grunde ist diese Busfahrt sein Geld nicht wert. Naja, dies ist auch

eine Erfahrung.

 

Barcelona

 

 

Zurück gehen wir kurz ins Hostel, um unsere Zwischendurch-Shopping-Errungenschaften im Zimmer

zu lassen und dann noch mal zum Essengehen rauszugehen.

Wir lassen uns vom Portier ein, zwei Empfehlungen geben und landen im "La Fonda". Dazu laufen wir

vom Hostel zur Rambla und diese südwärts, dann wieder links.

Wir sitzen oben und genießen die Düfte der spanischen Küche:

 

La Fonda, Barcelona

 

 

Danach gehts zurück ins Hostel.

Am nächsten Tag packen wir nach zwei Kaffee alles zusammen und verlassen das Hostel, gehen noch

einmal in unsere Frühstückstapasbar und fahren dann mit dem Taxi zur Bahnlinie R1 am Bahnhof

St. Adria Besos und fahren mit dem Zug wieder zurück nach El Masnou zum Campingplatz, wo uns

ein ziemlich ausgekühlter Wohni empfängt. Wir schmeißen erstmal die Heizung an, packen aus, lassen

die Eindrücke der letzten 3, 4 Tage auf uns wirken. Wir sind noch wie benebelt. Etwas Wehmut kommt

auf und eigentlich finden wir es sehr schade, dass wir nicht noch ein paar Tage bleiben können, aber

für die Stadt sind wir im Grunde zu kaputt. Ein paar Tage Ruhe werden uns auch gut tun.

Wir bleiben noch eine Nacht auf dem Campingplatz und fahren am Mittwoch, den 19.2. weiter Richtung

französische Grenze.

 

Nach langer erfolgloser Suche stellen wir uns in eine Sackgasse, die am Meer endet auf den Seitenstreifen

und bleiben die Nacht hier. Der Ort heißt Platja D'Aro, hat aber nichts Besonderes zu bieten außer Hoch-

Häuser am Strand...

 

Am 20.02. fahren wir dann auch rechts schnell weiter. Wir wollen mal wieder einen richtig schönen

einsamen Nachtplatz in der Natur haben. Das wird allerdings schwer.

Bei unserer Suche nach einem Schlafplatz kommen wir sogar mal an ganz netten Gegenden wie dieser vorbei:

 

 

 

Es handelt sich aber um ein Naturschutzgebiet und auf dem angrenzenden Parkplatz ist Campieren

ausdrücklich verboten. Also fahren wir weiter. Es ist super schönes Wetter und wir sind unentwegt

am Suchen. Irgendwann wird uns das zu blöd. Wir wollen gern ankommen und das schöne Wetter

genießen. In Mittelmeernähe ist aber alles zugebaut oder felsig.

 

Ich suche dann den letzten spanischen Stellplatz vor der französischen Grenze heraus: etwas im Hinter-

land liegt er und wird von Deutschen geführt, die hier bereits seit 15 Jahren leben.

Chantal führt uns die letzten Meter auf Feldwegen entlang, bis (etwa 100 m Luftlinie entfernt) ein

Auto so auf dem Weg steht, dass wir nicht daran vorbeikommen, ohne mit Wohni gegen das Geäst

des Baumes auf der anderen Seite zu fahren. Wir halten kurz an, da kommt ein Bauer um die Ecke.

Er blickt uns fragend an, wir zeigen rüber über den Acker, der vor uns liegt und deuten auf den Stellplatz.

Glücklicherweise sieht man ein Wohnmobil von Weitem. Er sagt immer nur "illegal" und verschwindet.

Dann kommt seine Frau, die auch immer nur "illegal" sagt uns irgendwas von einem Campingplatz sonstwo

erzählt... Naja, wir verstehen sie eigentlich nicht, nur dass wir hier wohl nicht erwünscht sind.

Das im Weg stehende Auto wird nicht zur Seite gefahren und wir müssen rückwärts wieder aus dem

Feldweg rausfahren. Eine Ecke weiter gibt es einen anderen Feldweg, den nehmen wir. Noch ein Stück

direkt über den Acker und wir stehen vor einem Tor, das sich in diesem Moment auch für uns öffnet.

Wir werden eingelassen und fahren auf ein ziemlich großes privates Gelände mit blühenden Mandel-

und Olivenbäumen. Es ist wirklich schön hier. Sehr dörflich, ruhig. Hundegebell, Hühnergekreische...

 

Am Abend machen wir noch ein Lagerfeuer. Seit Portugal fahren wir mit Taschen voller Kienäpfel und

gefundenem Holz durch die Gegend, um irgendwo mal ein Feuer machen zu können. Hier ist es nun

soweit. Es erinnert mich an alte Campingzeiten in meiner Kindheit. Der Duft von verbranntem Gestrüpp

zieht ins Wohnobil rein... Wir sitzen draußen, quatschen ein wenig mit dem Inhaber des Stellplatzes,

trinken noch nen Rotwein bzw. Bier und genießen den Abend.

 

Der nächste Tag, es ist mittlerweile der 21.2., wird bewölkt, ab und zu regnet es auch etwas.

Abends mache ich diese Fotos:

 

Stellplatz in der Nähe von Fortia (GPS: 42.231473,3.024459)

 

 

Stellplatz in der Nähe von Fortia (GPS: 42.231473,3.024459)

 

 

Am 22.2. dann werden wir von der Sonne geweckt und sitzen auch ziemlich schnell draußen.

Die Sonne wärmt und der Blick ist einfach fantastisch:

 

 

Im Vordergrund die blühenden Mandelbäumchen, im Hintergrund die schneebedeckten Pyrenäen.

 

Wir gehen hier noch etwas spazieren, sehen dies und das:

 

 

 

Spazierengehen mitten durch einen Olivenhain

 

Ansonsten genießen wir einfach nur die ländliche Ruhe und das tolle Wetter. Weiterfahren können

wir ja jederzeit.

 

Abends machen wir noch mal ein Lagerfeuer. Am Sonntag, den 23.2. packen wir dann alles zusammen.

Wir wollen weiter, haben uns wohl genug vom quirligen Barcelona "erholt".

Wir fahren in ein Naturschutzgebiet ganz in der Nähe des Stellplatzes und gehen spazieren. Was uns

hier erwartet, haut uns mal wieder fast um: Störche über Störche! Nest an Nest! Geklapper ohne Ende.

Hier ist eindeutig Frühling!

Also hier (noch) ein paar Storchenfotos:

 

 

 

 

 

keine Störche, eher Rehe...

 

 

 

 

 

 

 

 

annähern...

 

Arterhaltungstrieb oder Frühlingsgefühle...?

 

 

jippie, geschafft!

 

 

 

 

 

 

 

 

unsere Route von Chilches nach Cerbere vom 09.02.-23.02.14 (ca. 610 km):