Sonntag, 12.01.2014 

 

 

 

   

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Hallo ihr Lieben zu Hause! Lange haben wir nichts mehr von uns hören lassen. Vor allem weil es lange Zeit nichts wirklich Neues zu berichten gab, denn wir waren noch eine ganze Weile an der Algarve in Portugal. Nach Neujahr dann haben wir uns allerdings "aufgerafft", wieder weiterzufahren. Etwas mehr Zeit in einer Gegend zu verbringen, war ganz schön - wir haben relaxt und wirklich sehr viel entspannt -, aber irgendwann kommt dann der Punkt, wo wir beide wieder Hummeln im Hintern haben und was Neues sehen wollen, unterwegs sein wollen. Deshalb, und natürlich weil wir langsam die "Rückreise" in Angriff nehmen müssen, sind wir wieder auf Achse.

 

Am Donnerstag, den 19.12. mussten wir dann unbedingt einige Dinge erledigen, wie Klo entsorgen, Wasser nachfüllen, einkaufen usw.

Da das Wetter am Vormittag eher bewölkt ist, fahren wir gleich los.

Erstmal "um die Ecke" zum Spa Resort Hotel. Dort machen wir für den nächsten Tag ne Kosmetik und ne Massage klar und fahren dann weiter Richtung Albufeira nach Osten zu einem Stellplatz mit Ver- und Entsorgung. Hier stehen die Wohnmobile in Reih und Glied, eng an eng und haben sich häuslich eingerichtet, so richtig mit Teppich vorm Wohnmobil und Blumen aufm Tisch. Wir fragen uns wirklich, weshalb in aller Welt man hier stehen muss, wo es doch so herrliche Plätze zum Stehen gibt hier in der Algarve. Hier ist weit und breit kein Meer zu sehen und auch nichts anderes, was irgendwie schön wäre. Für uns wär das überhaupt nichts.

Naja, als alles soweit erledigt ist, gönnen wir Wohni auch mal etwas "Wellness" beim "blauen Elefanten" und schenken ihm ne Staubsauger-Massager von innen. Dann gehts wieder zurück Richtung Osten, noch einkaufen beim Intermarche in Lagoa und, kurze Überlegung..., wieder zum "Katzenplatz" am Praia de Marinha. Katzenfutter war natürlich auch im Einkauswagen...

 

Auf unseren Wegen hin und her fahren wir des Öfteren über diese Brücke hier:

 

oben sieht man ein Storchennest, das an einem anderen Tag besetzt war

 

 

 

Am 20.12. dann sind wir direkt nach dem Frühstück die paar Meter um die Ecke zum Spa Resort Hotel gefahren und haben "eingecheckt". Den ganzen sonnigen Tag über haben wir hier zwischen Sauna, liegen in der Sonne, lesen, Sauna, Massage und Kosmetik verbracht. Ein herrlicher Tag, unser Weihnachtsgeschenk an uns selbst. Unsere Wellnessoase:

 

 

Wir haben die Betten frisch bezogen und schlafen abends wohlig sauber und zufrieden ein - am Praia de Albandaeira, nur 1 min vom Hotel entfernt, wo wir bereits am 16.12. waren und nun ganz alleine stehen.

Im Bett hören wir noch Hape Kerkelings Pilgergeschichte nach Santiago de Compostela...

 

Am 21.12. dann fahren wir nach Sagres, also wieder ein Stück "zurück" - nach Westen -, um auf dem Campingplatz einzuchecken. Wir müssen Wäsche waschen und hoffen darauf, dass hier ein paar Päckchen für uns angekommen sind. Denn der ursprüngliche Hauptgrund, hier an der Algarve länger zu verweilen, kam daher zustande, dass wir eine "Hilfe-Mail" an unsere Freunde geschickt und uns Bücher gewünscht hatten, da uns die Lektüre ausgegangen war. Bis zum 21.12. sollte, wer wollte und konnte, uns an die Campingplatzadresse in Sagres Bücher schicken. Diese erhoffen wir nun, in Empfang nehmen zu können.

Unterwegs jedoch halten wir noch an einer Pinte an, wo wir etwas eessen und Kaffee trinken. Wir haben knallblauen Himmel, man hält es in der Sonne kaum aus und sie spielen einen Oldie nach dem anderen. Wir sind so gut drauf! Die Musik macht irgendwas mit uns. Abends dann auf dem Campingplatz hole ich meinen Laptop raus und meine Musiksammlung mit, ich weiß nicht, 4000 Liedern der 80er Jahre, und wir hören ziemlich laut alles, was uns gefällt. Ein herrlicher Abend.

Unsere ersehnte Post haben wir in Empfang genommen, alles ist noch nicht da, aber wir bleiben ja auch noch etwas hier. Wir packen alles aus und freuen uns riesig über die Bücher und andere "Mitschicksel". Unsere Wäsche aus drei Waschmaschinen hängt auf der Leine zum Trocknen und auf dem Nachbargrundstück rennen ca. 10 Gänse, 20 Hühner (einschl. Hähnen), jede Menge Enten und Hunde laut Geräusche von sich gebend durch die Gegend. Mitten in der Nacht fängt der Hahn an zu schreien - als wäre die Sonne kurz vorm aufgehen.

Das ist schon sehr bizarr.

Obwohl Edda diese Tiere, insbesondere Gänse, so sehr mag, will sie am 23.12. einfach nur noch weg, so sehr geht ihr der "Krach" auf den Wecker.

 

Wir werden aber noch ein paar Mal zurückkommen, da wir die restlichen Päckchen noch abholen müssen.

Jedenfalls heißt das, hier in der Nähe zu bleiben...

Wir fahren zum Praia de Ingrina, ganz in der Nähe von Sagres. Dies ist der gleiche Platz, auf dem wir bereits vom 6.-8.12. standen.

 

Hier verbringen wir auch Weihnachten. In völliger Stille und Unaufgeregtheit. Die Uhren drehen hier anders.

Kaum etwas im Einzelhandel deutet hier daraufhin, dass Weihnachten ist. Kaum einer schmückt hier sein Haus. Wir haben es uns so gewünscht, aber dass es tatsächlich so angenehm sein würde, haben wir wohl doch nicht ganz erwartet.

 

In der Zeit bis zum 30.12. bleiben wir hier. Zwischendurch fahren wir nur mal kurz einkaufen oder etwas anderes erledigen. Am 27.12. fahren wir nochmal zum Campingplatz in Sagres, um die restlichen Pakete in Empfang zu nehmen. Zurück am Praia de Ingrina packen wir alles aus und sind wieder ein Mal gerührt. Wirklich viele, viele Bücher und andere nette Dinge finden wir in den Paketen. Es ist wie ein zweites Weihnachten für uns.

Ansonsten sitzen wir fast jeden Tag hier vorm Wohnmobil und lesen in der herrlichen Sonne. Dann und wann gehen wir am Wasser auf den Klippen spazieren und machen ein paar Fotos: 

 

 

Praia de Ingrina

 

 

Praia de Ingrina

 

 

Praia de Ingrina

 

 

Praia de Ingrina

 

 

 

Am 30.12. reicht es dann aber mit dem Müßiggang, außerdem wollen wir einen anderen Platz für unseren Silvesterabend ansteuern. Wir wollen gern irgendwo oben auf den Klippen sein und aufs Meer gucken können.

Also fahren wir am 30.12. nochmals "zurück" Richtung Westen nach Carrapateira, wo wir vom 4.-5.12. bereits übernachteten.

Hier gibt es so hohe Wellen unterhalb der Klippen, eigentlich sehr weit weg von uns, dass Wohni jedes Mal bei einer "Superwelle" etwas bebt:

 

 

 

 

Am Silvesterabend kommt diese Reiterin vorbei. Hier oben, mitten durch die Büsche...

Was für ein Bild...

 

 

 

Wie schon unser Weihnachten ist auch unser Silvester dann eher unaufgeregt. Wir verschlafen es fast, so wie unsere einzigen Wohnmobilnachbarn hier oben.

Als es Mitternacht ist, eine Stunde später als in Potsdam, gehen wir raus und sehen über einer kleinen Stadt in der Nähe ein paar Raketen. Das war's. Über uns der Sternenhimmel.

 

 

 

Am Neujahrstag gehe ich etwas spazieren, beobachte die tollen Wellen und entdecke (wie mittlerweile

ziemlich oft auch, wenn wir mit dem Auto unterwegs sind) diese beiden Störche mitten in den Dünen:

 

 

 

Am 2.1. fahren wir nochmals nach Sagres, bleiben hier am Praia de Mareta eine Nacht und schauen den Wellensurfern zu.

 

Ab dem 3.1. dann befinden wir uns dann endgültig quasi schon auf dem "Heimweg". Von jetzt an geht es nur noch ostwärts. Wir steuern noch einmal unseren "Katzenplatz" mit den tollen Felsformationen an, bleiben eine Nacht, um am nächsten Tag dann weiter zu fahren. Wir müssen unsere Gasflasche noch einmal befüllen lassen - in Boliqueme, und ver-/entsorgen.

 

Allerdings sieht Wohni das irgendwie anders und springt einfach nicht an, als wir am 4.1. los wollen. Ich prüfe Öl, fülle auch etwas nach, da es wenig erscheint und starte und starte. Die Batterie ist in Ordnung, das kann ich auf der Anzeige im Wohni erkennen. Es muss etwas anderes sein. Nach dem 10ten Mal vielleicht klappt es endlich - mit ner riesigen Dreckwolke.

Wir fahren also Gas auffüllen, ver-/entsorgen und dann zum Platz in Pedras de El-Rei (GPS: 37.09278,-7.67639). Dort gehe ich dann zum Abend noch zum Strand und genieße die Leere hier und das Wolkenspiel am Himmel:

 

 

 

 

 

 

Am nächsten Tag, es ist der 5..1. und herrlicher Sonnenschein, gehen wir beide noch einmal gemeinsam an den Strand. Das Wasser ist zurückgegangen und der Strand dadurch riesig und weitläufig:

 

 

 

Für den Rückweg nehmen wir bequemerweise eine Lore, die uns auf schmalen, wackeligen Schienen über Sumpfland wieder zum "Festland" bringt.

Als alles verstaut ist und wir loswollen, will Wohni es aber anscheinend nicht. Beide haben wir die Startschwierigkeiten des Vortages vergessen und sind nun verdutzt. Ja klar, da war doch noch was...!

Zig Mal drehe ich den Schlüssel rum: vorglühen/starten, vorglühen/starten... Irgendwann geht es dann, aber spätestens hier wird uns klar: wir brauchen eine Werkstatt.

 

Also fahren wir in die grobe Richtung Sevilla und suchen unterwegs nach einer Werkstatt, vor der wir stehen bleiben und schlafen können, da wir unser Problem nur mit kaltem Motor "vorführen" können.

Wir finden an einer Hauptstraße in einem Gebiet, halb Industrie- halb Westernstadt, eine Werkstatt, vor der wir uns mit einem etwas unwohlen Gefühl hinstellen. Es rennen hier Hunde in Meuten durch die Gegend. Hochhackige, kurzhosige junge Frauen gehen an unserem Wohni vorbei. Ab und zu gibt es Gewehrsalven... Gelten die den vielen Hunden?

Naja, wie auch immer, wir kochen uns etwas zu essen und sind doch relativ entspannt, bis mir auf einmal einfällt, dass morgen, also am 6.1., hier Feiertag ist. Heilige drei Könige. So ein Mist, wir stehen umsonst hier in dieser blöden Gegend!

Na, nicht zu ändern. Es ist spät. Wir müssen ja irgendwo schlafen.

 

Am nächsten Morgen, es ist der 6.1., sind wir ziemlich fertig. Die Nacht war laut. Wir schütteln uns kurz und versuchen Wohni zu starten. Es klappt nach etlichen Versuchen.

Wir machen im Grunde das Gleiche wie am Tag zuvor: eine Werkstatt suchen, vor der wir schlafen können, um am anderen Morgen unsere Problem vorzuführen.

 

Bei Sanlucar la Mayor finden wir eine Werkstatt in einem Industriegebiet und bleiben die Nacht über hier. Hier stehen wir nur durch eine Hecke getrennt an einer vielbefahrenen Straße. Ich schlafe kaum.

Am nächsten Morgen, der 7.1., gehe ich nach 9 Uhr rüber zur Werkstatt. Natürlich spricht hier keiner englisch oder deutsch. Irgendwie kann ich den Mann aber bewegen mitzukommen. Er meint zwar gleich, dass sie keine Wohnmobile reparieren, aber er sieht es sich wenigstens an.

Er meint dann, es sei die Einspritzpumpe, geht mit mir zurück in die Werkstatt und schreibt eine Adresse in Sevilla auf. Gut, da wollten wir sowieso hin.

Also: ich wieder raus, es ist ziemlich kühl heut morgen und wir versuchen, Wohni zum Weiterfahren zu überreden. Es klappt auch, aber es dauert länger als bei allen anderen Malen.

 

Also auf direktem Wege nach Sevilla Ost in die Werkstatt "Diesel Gallardo". Dort kommen wir kurz vor 11 Uhr an. Niemand spricht englich oder deutsch. Der Mann hier kommt aber auch bereitwillig mit hinaus und guckt sich Wohni an. Allerdings ist Wohni jetzt warm und gut in Fahrt. Er zeigt sich also von seiner besten Seite. Trotzdem kann ich dem Monteur irgendwie klar machen, was das Problem ist. Wir vereinbaren, es um 17 Uhr noch einmal zu versuchen. Bis dahin sollen wir uns auf eine Grünfläche stellen. Er zeigt sie uns: es ist ein ca. 8x8m großes Stück mitten auf einer Kreuzung... Also Wohni dorthin gewuchtet. Wir suchen ein Cafe, aber find mal eins in einem Industriegebiet... Naja, eine kleine Bar mit Tapas (nicht so gut) finden wir.

Später, pünktlich gegen 17 Uhr, kommt der Mann von vorhin mit einem Monteur zum Wohnmobil und beide gucken sich Startvorgang und Auspufffarbe an. Der neue Mann, ein junger Monteur, bleibt allein bei uns und fängt an, alle möglichen Dinge auszuschließen. Bis 19 Uhr baut er. Das Problem ist noch nicht ganz eindeutig erkennbar und wir müssen die Nacht hier verbringen. Mitten auf der Kreuzung!

Gott sei dank, werden es immer weniger Autos. Auf der anderen Seite bewacht sehr aufmerksam ein Hund sein Verkaufsgelände und verbellt alles, was so vorbeikommt, so dass ich mich nicht unsicher fühle. Allerdings können wir beide kaum schlafen und um 9 Uhr am nächsten Morgen steht der nette Monteur bereits wieder vor der Tür. Er baut noch ne Weile, auch den Dieselfilter aus und bestellt einen neuen.

Um 14 Uhr ist Siesta. Bis dahin ist der Filter nicht da. Gegen 17 Uhr dann ist der Filter da, er wird eingebaut und Wohni startet auch ganz artig. Allerdings meint der Monteur, dass trotzdem nicht alles in Ordnung ist. Die Einspritzpumpe ist nicht in Ordnung. Die Auspuffgase lassen darauf deuten. Aber er meint, wir könnten damit weiter fahren - auch bis Deutschland.

Naja, bezahlt und weg hier! Man, hab ich genug von Straßenlärm! Wir haben einen Stellplatz in Sevilla aus dem Internet, den wir ansteuern wollen. Es ist schon spät und es wird dunkel. Wir sind kurz davor, aber Chantal will uns partout durch ein Erlebnisbad fahren lassen. Ich bin völlig fertig mit den Nerven, habe Hunger und weiß nicht weiter. Ich frage doch lieber noch mein Google Maps und siehe da: es gibt einen Weg, der nicht durchs Nautikum führt. Völlig irre Wegführung durch alte Hafenanlagen, entlang durch dunkle Gassen, wo man nicht vermuten würde, dass da noch etwas kommt, geschweige denn ein Stellplatz... Wir erreichen ihn, das Schiebetor öffnet sich für uns. Wir fallen ziemlich bald völlig erledigt ins Bett. Die Nacht ist herrlich ruhig hier am Fluss im alten Hafen.

 

Am 9.1. dann, es ist Edda's Geburtstag, gucken wir uns Sevilla an. Hierzu fahren wir von hier mit dem Bus in die City. Dort machen wir allerdings kein Sightseeing, sondern gehen einfach schlendern, Kaffee trinken, Tapas essen usw.

 

Sevilla

 

 

 Es ist ganz schön hier, aber einen wirklichen Eindruck haben wir von Sevilla nicht.

Leider bleibt der Eindruck von der Busfahrt und der Fahrt mit Wohni bei uns mehr hängen als die schöne Innenstadt: überall hier rings um Sevilla ist es dreckig!! So viel Müll in freier Natur haben wir lange nicht gesehen. Dagegen ist Portugal richtig sauber. Überhaupt, seit wir in Spanien sind, sieht alles ziemlich häßlich und ärmlich aus. Auch die ländlichen Gegenden, durch die wir hier fahren. Berge von Autoreifen im Straßengraben, am Fluss, im Wasser... Müll, Müll, Müll...

In Sevilla fahren wir an einer ghettoartigen Wohngegend vorbei: diese Wohnblocks hier sehen aus wie ein Abrissviertel. Hier leben Menschen. Der Müll hier fliegt direkt von der Wohnung aus dem Fenster vor's Haus. Wir sind echt erschüttert und wollen endlich mal wieder etwas Schönes sehen. Das wird unser Leitspruch für die nächsten 2, 3 Tage.

 

Wir verlassen Sevilla also am 10.1., Wohni springt auch super an, und fahren nach El Puerto de Santa Maria (GPS: 36.585915,-6.235857). Auf dem Weg hierhin will ich unbedingt eine kleinere Straße entlangfahren, die direkt neben einem Fluss entlangführt. In der Nähe ist ein riesiges Naturschutzgebiet und ich hoffe, hier Vögel usw. zu sehen.

Diese Strecke aber erweist sich als absolutes No-Go. Nicht asphaltiert, oder nicht mehr... Ich weiß nicht. Jedenfalls tuckeln wir hier ca. 40 km in einem Ententempo lang. Teilweise geht es dann wieder, aber es scheint eigentlich nur ein landwirtschaftlicher Weg zu sein. Als wir nur noch 1,5 km auf dem Navi zu stehen haben, wo es dann links abgehen soll (und der Weg hoffentlich besser wird), tun sich Schlaglöcher vor uns auf, die so groß sind, dass man einen Trabi drin versenken könnte. Ich würde am liebsten umdrehen, es scheint nicht zu funktionieren, dass wir hier heil weiterkommen. Ich mach mir fast in die Hosen. Es gibt eine winzige, aber nicht ungefährliche Möglichkeit, bei der sich Wohni um ca. 20/30 Grad neigen würde. Ganz links zwischen Abhang und Schlagloch... Warum ist Wohni's Spurbreite nicht kleiner? Keine Frage: entweder, wir kippen um oder wir reißen uns etwas ab. Augen zu und durch. Es klappt! Oh man, es fällt uns ein Stein vom Herzen.

Ein paar Meter weiter noch einmal so ein Riesenloch. Jetzt kann ich nicht mal mehr umdrehen, weil: ein zweites Mal will ich das bereits geschaffte Schlagloch nicht nochmal umfahren müssen. Also noch mal Milimeterarbeit und etwas später nochmal.

Als die Straße dann endlich links abbiegt und ziemlich glatt asphaltiert ist, bin ich überglücklich. Immer wieder geht mir durch den Kopf, was hätte passieren können.

 

Am Meer in El Puerto de Santa Maria gibt's dann was Leckeres zu essen und noch ein Hörspiel. Weder die Mitte, noch das Ende kriegen wir beide mit.

 

El Puerto de Santa Maria

 

 

Am 11.1. machen wir einen Abstecher nach Cadiz. Hier finden wir leider in der Altstadt keinen Parkplatz mit Wohni, halten also an der Promenade der "Neustadt" an und trinken Kaffee und essen Tapas direkt am Meer in herrlicher Sonne.

 

 

Cadiz

 

 

Cadiz, Altstadt

 

 

Später fahren wir dann weiter und kommen am frühen Abend in Barbate (GPS: 36.184316,-5.907742) an. Viel sehen wir vom Platz nicht mehr, es wird schnell dunkel.

 

Heute Morgen, es  ist der 12.1., sehen wir erstmal richtig, wo wir stehen. Es ist ein kleiner Flussarm, der ins Meer mündet. Das Meer kann man sehen. Es ist schön hier. Angler sind in unserer Nähe und die Sonne scheint. Edda sitzt draußen vor Wohni und liest. Endlich mal wieder etwas zur Ruhe kommen...

 

Vielen Dank auch noch allen für die Geburtstagsgrüße!

 

Fortsetzung folgt!

 

 

unsere Route von Praia de Marinha nach Carrapateira vom 19.-30.12.13 (ca. 150 km):

 


 

 

 

 

unsere Route von Carrapateira nach Barbate vom 02.-12.01.14 (ca. 630 km):

 

 


 

 

 

 

Donnerstag, 23.01.2014

 

Am 12.1. fahren wir erst spät weiter, um einen neuen Schlafplatz zu finden. Zu schön ist das Wetter.

Wir sitzen den ganzen Tag in der Sonne und lesen. Zwischendurch macht Edda noch ein Nickerchen,

bevor es dann gegen 16 Uhr weiter Richtung Tarifa geht.

In El Lentiscal finden wir einen wunderschönen und leeren Platz direkt am Meer:

 

El Lentiscal (GPS: 36.08721,-5.76914), im Hintergrund sieht man Nordafrika

 

Als wir hier gegen 18 Uhr ankommen, steht die Sonne bereits tief überm Meer. Es sind immer noch

20 Grad draußen, im Wohni sogar 27 Grad!

 

 

Am nächsten Morgen regnet es. Wir haben keine Lust weiterzufahren. Als gegen 16 Uhr der Himmel

aufreißt, gehen wir mutterseelenallein am Strand spazieren. Diese Kühe tun es uns gleich - sie laufen

quer durch die Nachbarschaft: 

 

 

 

Etwas später, wieder im Wohnmobil, sehen wir sie dann sogar am Strand "spazierengehen":

 

 

 

Wir bleiben eine weitere Nacht hier, da es herrlich ruhig ist und wir uns wohlfühlen.

Am 14.1. ist es wieder verhangen, wir packen alles zusammen und fahren dann gegen 14 Uhr weiter

nach Tarifa.

Wir finden auch endlich einen Parkplatz, aber als wir aussteigen, kommt ein ziemlicher Regenguss

runter. Wir laufen trotzdem in die kleine Altstadt, denn es hört auch ziemlich schnell wieder auf zu

regnen. Wir finden eine kleine Tapateria, wo wir draußen sitzen und eine Kleinigkeit essen.

Tarifa ist sehr nett. Kleine Gassen führen durch die Stadt, leider ist es eher menschenleer:

 

 

Tarifa

 

 

Nach unserem kleinen Ausflug nach Tarifa geht es weiter Richtung Algeciras/Gibraltar. Unterwegs

gibt es einen Aussichtspunkt mit Snackbar, wo wir anhalten und noch einmal einen Blick nach

Afrika erhaschen wollen. Es gibt gigantische Wolkenformationen, es ist düster - es ist ohnehin bereits

17 Uhr - aber die Aussicht finden wir trotzdem, oder gerade deswegen, einfach irre:

 

Blick nach Nordafrika vom Aussichtspunkt (GPS: 36.054026,-5.550456)

 

 

Danach fahren wir schnell weiter, denn es wird langsam dunkel. Der nächste Stellplatz, der in

meinen Unterlagen ist, ist bereits in Gibraltar. Dort wollen wir aber erst am nächsten Tag hin.

Wir suchen also einen Schlafplatz und landen in einem kleinen Ort am Ende der Straße. Hier gibt

es einen Sandplatz, der allerdings ziemlich aufgeweicht ist vom vielen Regen, aber am Rand geht

es und wir stellen uns hier hin:

 

(GPS: 36.09581,-5.44566)

 

Wir befinden uns hier kurz vor Algeciras, blicken von Westen her auf die Felsen von Gibraltar und

sehen riesige Lastkähne in der Bucht vor uns liegen. Auch abends, als die Lichter von Gibraltar und

die der Lastkähne angehen, sieht es sehr schön aus. Wir machen es uns gemütlich, schauen abends

noch einen Film auf dem Laptop und schlafen ziemlich gut hier. Der kommende Tag soll der einzige

sonnige zwischen Regentagen sein, so dass wir uns schon sehr auf Gibraltar freuen.

 

 

Am Mittwoch, den 15.1., geht es dann also weiter nach Gibraltar. Hier kommen wir gegen 13 Uhr an,

passieren die Grenze, tanken erstmal auf britischem Boden - es ist sehr preiswert hier - und fahren

auf der Ostseite bis zur Südspitze, dem Europa Point. Auf dem Weg hierhin begegnen uns mitten in

der Stadt bereits die ersten Affen:

 

Gibraltar

 

 

Auf dem Parkplatz am Europa Point drehe ich ne kleine Runde allein: 

 

 

 

Wir essen ne Kleinigkeit und trinken einen Kaffee, bevor wir auf der Westseite zurückfahren und den

Parkplatz der Kabelbahn suchen. Irgendwie finden wir ihn auch. Das Straßennetz hier ist eng und etwas undurchsichtig, glücklicherweise ist wenigstens niemand auf die Idee gekommen, hier Linksverkehr einzuführen!

 

An der Kabelbahn, die hoch auf den Felsen führt, angekommen, müssen wir leider feststellen, dass

sie außer Betrieb ist. Allerdings stehen Großraumtaxis bereit, uns hochzufahren.

Auch wenn diese Angelegenheit ziemlich viel unseres Budgets auffrisst, entscheiden wir uns, den

Felsen eben auf diesem Weg zu erklimmen. Ich möchte einfach unbedingt dort hinauf, wenn wir schon

mal hier sind.

 

Also geht es schmale, schmale Straßen/Wege hoch. Ab und zu hält der Fahrer an, wir können aussteigen,

Fotos machen. Unterwegs erklärt er uns auf englisch einige Dinge. So zum Beispiel, dass es jetzt hohe

Strafen (bis zu 4.000 Pfund) gibt, wenn man dabei erwischt wird, die Berberaffen zu füttern.

Diese leben hier sozusagen wild, werden aber an speziellen Plätzen oben auf dem Felsen von öffentlicher

Seite zugefüttert.

Durch die unerlaubten Fütterungen durch Besucher werden die Affen immer frecher und auch aggressiver.

Sie tummeln sich, wie wir gesehen haben, auch unten in den Straßen der Stadt, verursachen Unfälle und

leben ein Leben, dass nicht ihren Ursprüngen entspricht. Durch die andersartige Welt der Stadt verändern

sich die Affen. Auch ihr Verhalten in ihren Rudeln ist davon betroffen.

 

Bei unserer Tour oben auf den Felsen konnten wir zahlreiche Affen und Äffchen sehen: 

 

 

Berberaffen, Gibraltar

 

 

Berberaffen, Gibraltar

 

 

Berberaffen, Gibraltar

 

 

Berberaffen, Gibraltar

 

 

Ein Haltepunkt der Tour war natürlich die Höhle des heiligen Michael, einer Tropfsteinhöhle, die im

zweiten Weltkrieg als Lazarett diente. Heute finden hier Konzerte statt:

 

Höhle des heiligen Michael, Gibraltar

 

 

Berberaffen, Gibraltar

 

 

Berberaffen, Gibraltar

 

 

In 450 m über dem Meeresspiegel hat man einen wunderbaren Blick auf das Festland und natürlich

auch auf das Meer:

 

Gibraltar

 

 

Gibraltar

 

 

Gibraltar, rechts im Bild: Berberaffen

 

 

Gibraltar, Blick auf die Landebahn

 

 

Nach ein und ner viertel Stunde bringt uns der Fahrer wieder nach unten in die Stadt, setzt uns direkt

in der Fußgängerzone aus und wir bummeln los. - Erstmal einen Kaffee!

Wie sie im Reisefüher schreiben: "Der plötzliche Übergang von Andalusien direkt hinein ins

angelsächsische Gibraltar, wo es mit Pubs und Bobbies durchaus britisch zugeht, entbehrt nicht einer

gewissen Komik." Das empfinden wir auch so. Es ist so britisch hier!

Wie uns der Fahrer auch erzählte, leben hier Menschen ca. 30 verschiedener Glaubensrichtungen

auf engstem Raum. Jeder darf hier so sein, wie er ist. Niemand wird sich darüber wundern oder

daran stoßen. Das ist es unter anderem, was die Menschen, die hier leben, lieben. Auch deshalb will

hier niemand, das Gibraltar spanisch wird.

Wir tauchen ein in die britische Oase und genießen den Trubel in den Straßen: 

 

Gibraltar

 

 

Gibraltar, - very british!!

 

 

Als es schon dunkel wird, laufen wir zurück zum Wohnmobil und fahren wieder Richtung Grenze. Es

dauert etwas, bis wir durch die engen Straßen und die Schikanen der spanischen Grenzer durch sind,

fahren dann im Dunkeln (ich weiß nicht, wann ich das letzte Mal im Finstern Auto gefahren bin...)

durch La Linea und steuern unseren nächsten Stellplatz kurze Entferung dahinter an.

Wir fahren eine kleine Gasse, vor uns ein Auto, eines kommt uns entgegen, da sehen wir urplötzlich

eine dezent beleuchtete Schranke im Dunkeln mitten auf der Straße. Da sich die Schranke für das vor uns fahrende Auto öffnet und auch oben bleibt, als wir auf Höhe der Schranke sind, fahren wir einfach

hindurch.

Wir schauen uns an und fragen uns, was das grad war. Wo sind wir?

Naja, egal. Erstmal stellen wir uns hier in einer Sackgasse auf den Parkstreifen und kochen uns etwas.

Es ist recht ruhig hier und uns geht es gut. Der Tag in Gibraltar war ein sehr schöner und wir schweben

noch auf britischen Wolken.

Irgendwann gucke ich im Dunkeln aus dem Wohnmobil und sehe, dass wir einen tollen Blick auf den

Felsen von Gibraltar haben. Ich muss unbedingt ein Foto machen. - Dachfenster auf, Kamera auf das

Solarmodul gestellt und mit verzögertem Auslöser 6 sec belichtet: 

 

 

Felsen von Gibraltar

 

 

Es beginnt schon in der Nacht zu regnen und auch am nächsten Tag, es ist Donnerstag, der 16.1.,

regnet es. Der Felsen von Gibraltar ist kaum auszumachen im Dunst. Unsere nähere Umgebung

allerdings erkennen wir glasklar: es sind Golfanlagen rings um uns!

Nach dem Frühstück packen wir zusammen und fahren los. Mal sehen, ob sich beim Rausfahren

die Schranke wieder wie selbstverständlich für uns öffnet.

Jetzt am hellerlichten Tage sehen wir die ganze Umgebung genau: eine Golfhotelanlage an der

anderen! Bzw. eine Golfhotelbauruine an der anderen! Alles scheint hier wie tot zu sein, obwohl hier

auch Villen stehen, in denen augenscheinlich Menschen leben und es gepflegte Golfanlagen gibt.

Wir finden es nur dekadent und wollen diese Gegend schnell verlassen. Durch die Schranke kommen

wir ohne Probleme - niemand scheint sich hier an uns zu stoßen oder sich zu fragen, was wir hier

machen. Noch ein Handzeichen - danke - und weg sind wir.

 

Wir fahren nur 20 km und kommen ca. 13 Uhr am nächsten Stellplatz an. Wenn es schön ist, wollen wir

eine Nacht bleiben, ansonsten essen wir nur etwas und fahren weiter.

Wir kommen an und ich denke noch, hoffentlich wird das was bei dem regenaufgeweichten Boden! Es

sieht von Weitem gut aus, auch stehen einige andere Wohnmobile dort. Also fahren wir auch auf den

Platz. Ich wende noch mal, damit wir den schönen Blick  aus der Sitzecke haben und... - wir stecken fest.

Die Vorderräder sind im Modder und drehen sich immer tiefer hinein. Scheiße! So ne Scheiße!!

Motor aus. Erstmal gucken. Ich wieder rein zu Edda. "Hier kommen wir ohne Hilfe nicht mehr raus." sage

ich zu ihr.

 

 

 

Gleich hinter uns steht ein Riesenwohnmobil aus England. Erst jetzt sehe ich, dass auch sie ein Problem

haben und an ihrem Wohnmobil bauen. Es sieht so aus, als würden sie auch nicht wegkommen. Sie bocken

das Wohnmobil auf, graben eine Rinne, damit Regenwasser ablaufen kann. In ihrem Tun sind die beiden

Männer ziemlich ruhig. Der eine holt das Motorrad von der Rampe des Wohnmobils und fährt los. Ich denke,

er holt Hilfe. Wir reden auch kurz miteinander, ich verstehe ihn so, dass er uns mit seiner Winde rausziehen

kann, wenn er selbst sich freigefahren hat.

Stunden vergehen. Es regnet zum Glück nicht mehr. Ich bin ziemlich angespannt, weil ich eigentlich nicht weiß, worauf ich warte. Soll ich nicht doch lieber meine Versicherung anrufen und jemanden bringen lassen, der uns

hier rauszieht? Ich bin ungeduldig und kann mich kaum ablenken. Immer wieder gucke ich, ob der Engländer

auf seinem Motorrad zurückkommt. Da sagt Edda zu mir: "wir zwe Glückspilze, wir machen det schon!"

Das tut gut!

Der Motorradfahrer bleibt weg, der andere Mann baut und baut, liegt im Modder unterm WoMo. Wir warten erstmal ab. Nach bestimmt 4-5 Stunden packt der Mann all sein Werkzeug zusammen und... fährt einfach drei, vier Meter weiter. Wir können nicht mal erkennen, was das Problem bei ihm war - keine Furche vom

Festfahren oder Ähnliches ist zu erkennen. Kurz darauf kommt der andere Engländer mit dem Motorrad

zurück und bringt seine Einkaufstüten (!) zum WoMo. Edda hat gleich gesagt, der fährt nur einkaufen.

- War ein Spaß, aber sie hatte recht. Sie kennt sich eben aus mit Engländern.

Jedenfalls werde ich unruhig, gehe wieder mal raus, aber die Engländer, zu denen auch zwei Frauen

gehören, wie wir jetzt sehen, nehmen keine Notiz von uns.

Ich werde das Gefühl nicht los, dass wir uns hier doch nur selber helfen können oder nen Traktor holen

müssen, der uns rauszieht.

Wie blöd fange ich an, im Modder zu wühlen, Steine in der Fahrspur zu verlegen. Als ich denke, dass es

klappen könnte, setz ich mich ans Steuer und versuche es. Erstmal muss ich vorwärts ein Stück raus.

Ich schaukele mit Wohni vor und zurück, vor und zurück. Beim bestimmt 15. Mal klappt es! Er steht

wieder oben, aber vor uns ist so dicker Modder, dass das nicht gut wäre, dort langzufahren. Ich muss noch

ein ganzes Stück rückwärts, bevor ich mich vorwärts raustraue.

Ich steige noch mal aus, gucke mir das Loch an, in dem das linke Vorderrad steckte... Ich habe keine Ahnung, wie wir da rückwärts dran vorbeikommen sollen. Da kommt ein älterer Mann vorbei, der mit seinem PKW hier ist. Zögerlich nähert er sich, guckt mich fragend an. Er gibt mir mit Händen zu verstehen, dass ich doch  rausfahren kann. Er steht schräg hinter Wohni und kann das Problem nicht sehen. Ich winke, er solle zu mir kommen und es sich aus meiner Perspektive ansehen. Er kommt und meint soviel wie "oje"... Er erkennt, dass wir aus Deutschland kommen, erzählt uns, er sei Roma, später sagt er dann noch Rumäne. Er ist sehr herzlich,

hat eine gepflückte Blume in der Hand.

Dann guckt er genauer und deutet mit den Armen an, wie ich rausfahren soll. Ich mit Händen: "oh gott oh gott, das geht nie". Er nickt und meint "si, si, si". Ermuntert durch diesen Mann setze ich mich wieder hinters

Steuer und fahr mit Schwung rückwärts an der von uns gefahrenen Furche vorbei. Es klappt!! Er sagt mir, wann

ich anhalten soll. Ich steige aus. Edda, die mit draußen stand, und ich danken dem Mann. Einfach dafür, dass

er da war. Er hat uns echt Mut gemacht.

Die Engländer sitzen in ihrem Wohnmobil und nehmen keine Notiz von uns.

 

Tja, und nun? Wir stehen jetzt zwar an der höchsten Stelle und somit halbwegs auf dem Trockenen, aber eigentlich will ich hier nur noch weg. Der Mann steht immer noch in der Nähe. Fragend deute ich auf die Rampe, die von diesem Platz weg zur Straße führt. Er versteht, was ich meine und ruft wieder "si, si". Ich

rufe Edda, sie solle schnell einsteigen, jetzt geht alles sehr schnell. Die letzten zwei, drei Sachen verstaut

und schon starte ich Wohni wieder und... wir fahren durch den Modder, mit genug Schwung, auf die Rampe

und... auf die Straße! Von oben rufen wir nochmal runter zum Platz zu dem Mann "danke, danke", fuchteln

aufgeregt mit den Händen, klatschen uns ab und sind weg.

Man, was für ein Tag!!

Mittlerweile ist es späterer Nachmittag und ich möchte nur noch irgendwo ankommen, wo es keinen

Schlamm gibt. Den nächsten Campingplatz am Meer steuern wir an. Wir müssen nämlich auch entsorgen.

Es wird der Campingplatz "Camping La Bella Vista" in Manilva. Hier stehen sie in Reih und Glied, aber das ist uns egal. Wir stellen uns dazu und fallen abends, nachdem wir noch ein paar Schritte über den Platz gelaufen

sind, todmüde ins Bett.

 

Dieser Platz kostet pro Nacht 26 Euro und man kriegt eine PIN, um an den Strand zu kommen. Hier stehen

Wohnmobile, die größer als Reisebusse sind. Ihr könnt euch das nicht vorstellen! Riesige Flagschiffe!

Hier stehen Millionen rum. Das ist uns alles eine Nummer zu groß, zu... Naja, wir fahren ja sowieso wieder

ab.

 

Am Freitag, den 17.1. also fahren wir noch ein Stückchen an der Küste entlang, um dann in die Berge

abzudriften. Wir möchten gern Ronda sehen, eine Stadt, ca. 50 km von der Küste entfernt. Dort gibt es

einen Campingplatz "Camping el sur", den wir ansteuern. Das Wetter soll zwar bis Montag schlecht bleiben

(also Regen und Kälte), aber wir wollen sowieso Wäsche waschen und eben unbedingt Ronda sehen. Das

nehmen wir uns dann für Montag vor, wo besseres Wetter angesagt ist.

 

Wir benötigen immer noch eine neue Gasflasche. Wenn wir in den Bergen bei Kälte ein paar Tage bleiben und heizen wollen, ist das unbedingt notwendig.

Auf dem Schicki-Micki-Campingplatz noch habe ich WiFi und belese mich am Vorabend noch mal bezüglich der spanischen Gasflaschen. Man benötigt neben dem Euro-Adpater auch noch einen Regulator, der auf die Gasflasche aufgesetzt wird und an den man dann mittels des Euro-Adapters den Schlauch vom Wohnmobil anschließen kann. Auf dem Campingplatz frage ich nach. Gasflaschen kann man hier nur tauschen. Den Regulator gibt es in einer Eisenwarenhandlung ca. 3 km von hier entfernt.

Wir fahren also zu Repsol, eine der größeren Tankstellenketten hier, und versuchen, eine Gasflasche zu kaufen.

Es klappt völlig unerwartet problemlos. Allerdings haben sie nur Butan hier - dieses wird ab 0 bis 5 Grad nicht

mehr gasförmig, dann geht nichts mehr... Aber Propan haben sie gleich gar nicht, also nehme ich die Butan-

gasflasche. Dann um die Ecke zur Eisenwarenhandlung. Ich zeige hier die Bezeichnung des Regulators auf

meinem Handy und bekomme ihn auch.

Draußen am Wohni überlege ich, wie ich nun alles anschließe. Ich frage noch einige Männer, die in der

Nähe stehen, und sie helfen mir auch. Als alles zusammengesteckt und -geschraubt ist, soll ich drinnen probieren, ob es geht. Ich versuche es, der Herd geht an. Super!!! Wir haben endlich wieder Gas.

 

So machen wir uns auf in die Berge. Es ist nicht so weit, aber es zieht sich hin und es sieht unterwegs so aus:

 

 

 

Dicker Nebel. Regen, der teilweise in Schneegriesel übergeht und sogar auf der Straße liegenbleibt.

Oje! Wir fahren ganz vorsichtig die Berge hinauf und kommen am Nachmittag auf dem Campingplatz

El Sur an:

 

Camping el sur (GPS: 36.721291,-5.171578)

 

 

Es ist sehr, sehr schön hier. Der Campingplatz ist relativ leer, wir waschen zwei Maschinen Wäsche

und trocknen sie auch gleich mit dem Trockner. Wir schalten die Heizung ein und es wird kuschelig. Als

die Wäsche endlich getrocknet ist, werfen wir alles aufs Bett und schmeißen uns drauf. Wir sind diese

Temperaturen nicht mehr gewohnt und genießen die kurze Wärme der Wäsche.

Wir verbringen zwei Tage mit Lesen hier. Es ist kalt, nachts nur um die 2, 3 Grad. Im Wohni ist's warm!

Das Butan-Gas funktioniert gut, obwohl es draußen so kalt ist. Am Tage sind ca. 8-10 Grad.

Da wir hier den WiFi-Zugang des Campingplatzes nutzen können, lade ich einige Filme für die kommende

Zeit aus der Mediathek. Abends gucken wir Tatort und finden es ziemlich gemütlich.

Am Montag dann, es ist der 20.1., wird es endlich schöner. die Sonne kommt raus und wir fahren mit dem

Taxi nach Ronda. Es sind zwar nur ca. 2 km bis dorthin, aber uns ist's lieber, wir sind dort gut zu Fuß, als

dass wir schon völlig fertig dort ankommen.

 

Beim Warten auf das Taxi haben wir diesen Blick. Es hat oben in den Bergen über Nacht geschneit:

 

 

 

 

Ronda hat uns super toll gefallen. Eine schöne Stadt! 36.000 Einwohner, nette Gassen und natürlich

ein Lage wie aus dem Bilderbuch. Ronda liegt auf einem Felsplateau:

 

Ronda, Andalusien

 

 

Der ältere und der neuere Stadtteil werden durch diese wunderschöne Brücke über einer Schlucht

miteinander verbunden:

 

Ronda, Andalusien

 

 

Leider sind die Bilder nicht gut geworden, da ich nur mit dem Handy fotografieren konnte. Mein

Kamera-Objektiv funktioniert nicht mehr richtig...

Aber um einen Eindruck zu bekommen, reichts vielleicht: 

 

Ronda, Andalusien

 

 

Ronda, Andalusien

 

 

Wir gucken uns die berühmte Stierkampfarena an, in der auch heute noch Stierkämpfe stattfinden:

 

Stierkampfarena in Ronda, Andalusien

 

 

Am Abend gehen wir noch in einer kleinen Tapas-Bar etwas essen und fahren dann wieder mit dem Taxi

zurück zum Campingplatz. Es folgen zwei "Tatorte"...

Glücklich und zufrieden schlafen wir erst nach 2 Uhr ein.

 

 

Am Dienstag, den 21.1. ist es dann aber Zeit für uns, wieder ans Meer und damit in wärmere Gefilde

zu fahren. Unterwegs fahren wir durch herrliche Berge, ganz oben liegt Schnee:

 

 

 

Die Fahrt (die gleiche Route wie bei der Anfahrt) ist problemlos, es reißt auf, die Sonne scheint und es

wird, um so mehr wir uns der Meeresspiegelhöhe nähern, wärmer.

Diese Berge, die wir durchqueren, sind herrlich schön! Uns beiden gefällt die Gegend sehr.

Als wir jedoch immer tiefer kommen und die Bäume wieder wachsen, das Meer in Sichtweite ist und

uns die Sonne auf den Pelz scheint, freuen wir uns darauf, wieder draußen sein zu können - kurzärmlig.

 

 

Wir fahren also weiter am Meer entlang, machen dann bald auch die erste Pause, essen etwas, ich

mache ein Foto:

 

 

Es ist so warm, dass wir nach und nach immer mehr ausziehen. Wir feixen. Wir sind happy. Alles ist

schön, wenn die Sonne scheint und es noch dazu warm ist.

 

Wir suchen einen Schlafplatz - ich habe keinen in der Nähe auf Lager - und fahren immer unmittelbar an

der Küste entlang - leider aber getrennt durch riesige Häuserblocks: Hotelanlage an Hotelanlage. Man

hat hier auf vielen, vielen Kilometern kaum die Möglichkeit, ans Meer zu kommen, geschweige denn, es

zu sehen.

Irgendwann sieht Edda beim Fahren rechts unterhalb der Straße einige andere Wohnmobile. Wir biegen

rechts ab und finden eine Sackgasse mit Wendeschleife, auf deren Seitenstreifen bestimmt 15 Wohnmobile stehen. Davor sind auch Parkplätze. Wir stellen uns am Rand auf einen, haben nach hinten raus einen

wunderschönen Blick aufs Meer.

Gucken wir zur Seite, sieht es allerdings so aus:

 

Blick rechts und Blick links aus Wohni... (GPS: 36.58147,-4.53603)

 

 

Wir stehen gerade erst ne halbe Stunde dort, fährt ein Wohnmobil nach dem anderen dort weg. Als

hätten sie sich alle verabredet. Wir können es uns nicht erklären... Nur der Oldie aus Osterholz bleibt

stehen, und ein weiteres WoMo. Alle anderen 13-15 fahren ab. Holländer, Belgier, Briten, Schweizer.

Es ist eine eigenartige Situation. Wir können aber weder ein Verbotsschild noch etwas anderes

entdecken, was dies erklären könnte und bleiben.

Wir schauen zwei Filme: "Blutgeld" und einen Krimi. Es ist wieder erst nach 2 Uhr, als wir schlafen

gehen.

Am nächsten Tag, es ist der 22.1., komme ich nicht aus den Federn. Ich glaube, es ist nach 11 Uhr, als ich, immer noch müde, endlich aufstehe. Edda ist schon länger auf und liest.

Einige der Wohnmobile, die gestern hier getürmt sind, stehen wieder hier. Die Sache klärt sich

nicht auf, ich stelle immer noch Vermutungen an bzw. werfe Fragen auf, Edda macht sich lustig über mich.

 

Wir fahren weiter, durch Malaga durch, und haben wunderbarstes Wetter. Draußen sind über 20 Grad,

im Wohnmobil sind es über 25 Grad:

 

unterwegs Nahe Malaga

 

 

Wieder suchen wir unseren Schlafplatz direkt vor Ort. Dies erweist sich als schwer, da eben vieles

hier zugebaut ist. Irgendwann aber gibt es ein Hinweisschild auf einen Parkplatz. Wir biegen bei

Torre del Rio de la Miel von der wenig befahrenen N-340 ab, fahren ca. 10 m und landen auf einem

kleinen Schotterplatz oberhalb der Klippen. Zwischen uns und der Straße ist ein Berg, so dass es

ruhig hier ist.

Der Blick ist phantastisch:

 

GPS: 36.75130,-3.80967

 

 

So haben wir schon lange nicht mehr gestanden... Frei. Ruhig. Am Meer. In unbebauter Gegend!

Der Tag neigt sich bald schon dem Ende entgegen. Heute wird es nicht erst 2 Uhr, bis wir schlafen.

 

 

 

 

unsere Route von Barbate nach vom 12.-22.01.14 (ca. 460 km):