Montag, 11.11.2013 

 

 

 

   

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Hellau!!!

Ihr Lieben zu Hause, wir sind weiter unterwegs und hinterlassen unsere Spuren auf der Landkarte...

 

Unser letzter Bericht endete mit dem Halt in Beauvoir-sur-Mer am 29.10., wo wir dringend einen Waschsalon gebrauchen hätten können. Unsere kleine Erkundungstour durch den Ort war nicht wirklich erfolgreich und der Ort selber nicht erwähnenswert... Also waren wir nur kurz unterwegs, um dann lieber noch Karten zu spielen.

Allerdings sahen wir ein Reklameschild für einen Super-U. Das sind hier die riesigen Einkaufshallen, wo man alles kriegt: man kann einkaufen, tanken, Gasflaschen tauschen, Auto waschen und manchmal, ja manchmal gibt es dort sogar Waschmaschinen oder nen richtigen Waschsalon.

Am 30.10. also, nachdem uns leider der Berufsverkehr früh aus dem Bett warf (und das Thermometer für draußen nur 6°C und drinnen 11°C anzeigte, frühstückten wir und fuhren zu so einem Super-U, schmissen erstmal drei Waschmaschinen an und gingen einkaufen. Es wurde dann ein herrlich warmer und sonniger Tag - seit langem mal wieder.

Nachdem die ganze Wäsche auch durch den Trockner genuddelt war, fuhren wir am frühen Nachmittg von dort weiter Richtung Süden.

 

 

Hier aber noch ein, zwei nachgereichte Bilder von den stürmischen Tagen in der Bretagne:

 

 

Das war das Bild, das sich uns am Morgen bot, nachdem wir die Nacht in der Hecke bei den Mülltonnen verbracht haben... - so richtig versöhnen konnte uns das leider nicht...

 

 

Dann bei der Weiterfahrt durch diese schöne Landschaft:

 

 

Aber ihr seht ja: Wellen ohne Ende, richtig böiger Wind - eklig beim Fahren, Sandverwehungen und dicke weiße Gischtberge quer über die Straße...

So umwerfend das aussah, wir wollten nur noch ein ruhiges Plätzchen für die Nacht - wenn möglich ohne Regen...

 

 

 

ein Haus, das Edda besonders gefallen hat - bei einer Zwischenstation in Paimboeuf an der Loire, hier noch etwas näher:

 

 

Ich stand davor und fotografierte, als eine Frau mittleren Alters auf dem Fahrrad vorbei kam, anhielt und mich auf französisch ansprach. Ich gab ihr zu verstehen, dass ich eher englisch oder deutsch als französisch verstünde, woraufhin sie mir mit Händen, Füßen und ein paar Brocken Englisch erklärte, wie das Haus vorher ausgesehen hat, wer es jetzt so gestaltet hat und dass man die Straße runter, in jenem Gebäude Ansichtskarten davon kaufen könne... Dankesehr für diese netten kleinen Begegnungen!

 

 

Von dort fuhren wir dann am gleichen Tag noch weiter nach La Tranche sur Mer (GPS: 46.343769,-1.462265) - ein kleiner Stellplatz direkt hinter der Düne am Leuchtturm. Wir gingen an den Strand und waren baff: herrlichstes Surf-Revier, tolles Wetter und ein schöner Strand:

 

 

Jede Menge Stehpaddler, die sich sehr geschickt mit dem Brett und Paddel im welligen Wasser bewegten und im richtigen Moment eine gekonnte Drehung zum Strand machten und auf der nächsten Welle auf uns zureiteten.

Am nächsten Morgen dann erstmal die Sonne bei ihrem Aufgang am Strand begrüßen, dann der erste Kaffee, dann Edda joggen, dann ich joggen, dann Frühstück! Herrlich. Hier sind wir mal etwas entspannter, es stürmt nicht und wir beide wünschten, wir kämen demnächst an mehr solcher Orte, wo das Meer so zu genießen ist.

 

Am Do., den 31.10. fahren wir also weiter. Wir möchten auf unserem Weg unbedingt La Rochelle ansehen. Der erste Stellplatz, den wir ansteuern, existiert anscheinend nicht, der zweite, den ich rausgesucht habe (GPS: 46.166223,-1.153784), ist ein großer Parkplatz mit Platz für ca. 20 Wohnmobile, die aber auch alle schon da stehen - schön in Reih und Glied... Wir stellen uns einfach auf zwei hintereinanderliegende normale Parkplätze und laufen los.

Leider gibt es keinen sehenswerten Bilder, ein paar Schnappschüsse nur. Uns hat's gefallen. Wir haben in einem netten Café gesessen, Karten geschrieben und lange einem jungen Jongleur zugesehen, der ganz vielen, mit offenem Mund dasitzenden, Kindern auf der Straße kleine Kunststücke vorgeführt hat.

Von La Rochelle aus fahren wir dann um 17 Uhr noch weiter bis zum nächsten Stellplatz in Fouras (GPS: 45.981725,-1.08696), der ein Parkplatz an einer wenig befahrenen Straße an einer Bucht ist.

 

Leider ist das Wetter die Tage immer wieder sehr schlecht, so dass es wenig Sinn macht, Orte anzusehen oder bestimmte Plätze, die wir eigentlich gern sehen würden, aufzusuchen.

Wir fahren also einfach weiter.

 

Am 1.11. kommen wir in La Palmyre an (GPS: 45.68280,-1.17990). Ein touristischer Ort - im Sommer, da sind Edda und ich uns einig, würden wir niemals hier ranfahren, aber jetzt ist es ruhig und wir brauchen einen Schlafplatz. Außerdem haben wir Hunger und kommen auf Tine's "Notfallfertiggerichte" zurück...

 

 

 

Der Platz liegt hinter der Düne an einem Sportboothafen. Wir gehen sogar nach dem Essen noch ein paar Schritte, aber innerhalb von 10 Minuten sind wir klitschenass und ziehen uns wieder ins Wohnmobil zurück.

Auch die Nacht stürmt es wie Sau, glücklicherweise stehen wir aber so hinter der Düne, dass es geht und wir ne halbwegs ruhige Nacht haben.

 

Am nächsten Morgen guckt etwas die Sonne raus, was wir ausnutzen wollen, und gehen etwas spazieren.

Er macht das auch, was er sucht, bleibt sein Geheimnis:

 

 

Und: er hat jede Menge zum "abhorchen"...:

 

 

Alles durch Ebbe freigelegtes Gebiet, das sonst von Wasser überspült ist.

 

 

Am Samstag, den 2.11. fahren wir weiter. Wir wollen km machen und mit der Fähre über die Gironde fahren.

Leider verpassen wir die Fähre gerade, so dass wir erst bei der nächsten Überfahrt um 15 Uhr dabei sind. Es ist aufregend!! Wellengang, Sturm und Regen...

Aber alles geht gut, bis... Ja, bis die Fähre ihre Tore öffnet und wir aus der Kelleretage rausfahren dürfen und der Transporter vor uns vergisst, beim Losfahren die Handbremse LANGSAM loszulassen. Er lässt sie los, gibt aber kein Gas, oder zu wenig, oder bremst nicht... Ich weiß nicht. Jedenfalls - man muss dazu sagen, dass die ersten Autos bergan stehen - rollt er prompt nach hinten und hängt vorn auf Wohni drauf...

Naja, wir fahren runter von der Fähre, gucken uns die Sache kurz an, - man sieht nichts! - haun uns auf die Schulter, wünschen gute Weiterfahrt, "bene weekend" und weiter gehts.

In Soulac sur Mer (GPS: 45.50022,-1.13870) finden wir einen eigentlich schönen Schlafplatz am Meer hinter den Dünen, aber es regnet und regnet und regnet. In der Nacht kommt wieder tierischer Sturm auf, so dass wir kaum ein Auge zumachen.

 

 

Am Sonntag morgen dann, es ist kalt (oder sind wir nur übermüdet?):

 

 

 

 

Wir fahren weiter Richtung Arcachon - zur Wanderdüne "Dune du Pilat". Eine lange Strecke fahren wir nur geradeaus durch Wald - ca. 120 km. Dann die Düne:

 

 

 

Sie ist 115 m hoch und wandert jedes Jahr um 5 m ins Land...

 

 

Man ist weit über den Bäumen, wenn man auf der Düne angekommen ist. Ein erhebendes Gefühl, das sich leider mit den Bildern nicht wiedergeben lässt.

 

 

 

 

 

Von hier fahren wir noch ein Stück weiter nach Biscarrosse (GPS: 44.45856,-1.23976), und schlafen unter hohen Kiefern, die sich, wie wir dann am Morgen des 4.11. sehen können, im Sturm über uns verdächtig hin- und herbewegen... Ab und zu fällt ne Pinie auf's Dach... Naja, schnell wieder weg hier.

Außerdem regnet es in Strömen!!!

 

 

 

 

Immer weiter südwärts (uns treibt der Sturm und Regen) fahren wir dann am Dienstag, den 5.11. durchs französische und kurz darauf durchs spanische Baskenland. Eine wunderschöne Gegend - landschaftlich! Es ist bergig - manchmal denkt man, man ist in Österreich oder Südtirol. Nur wenn dann mal ne große Palme neben einer Kiefer steht, merkt man, dass hier doch irgendwas anders ist.

Als wir endlich nur noch Autos mit spanischen Nummernschildern sehen, wissen wir, dass wir im ersehnten Spanien angekommen sind. Wir feixen im Auto.

 

 

Wir wollen uns trotz des schlechten Wetters kleinere Orte im Baskenland nicht entgehen lassen, so auch Espelette - die Stadt der Chilischote:

 

 

 

 

An den Häusern hängen überall Chilischoten und überhaupt hat dieser Ort sehr viel Charme. Nur ist es trüb und macht nicht wirklich Spaß, sich länger umzusehen.

Wir essen ne Suppe und fahren weiter Richtung San Sebastian (GPS: 43.307733,-2.014254).

 

Als wir hier ankommen, hat es 19°C und ist trocken. Wir freuen uns. Spanien empfängt uns wohlwollend und bettet uns in wohlige Wärme.

Am Mittwoch, 6.11., hat es am Morgen 17°C. Wir haben es immer gewußt, denken wir, Spanien ist warm!! (wir sollen es dann noch besser erfahren...)

Zum Frühstück sind wir euphorisch, machen Rührei mit Schinkenstreifen:

 

 

... und fahren dann ca. 15 min mit dem Bus 33  in die Innenstadt von San Sebastian. Hier gefällt es uns mal wieder sehr. Die Sonne scheint, es ist so warm, dass ich am Strand, der direkt in der City ist, Lust bekomme, wie die beiden Frauen auf dem Bild, in die Wellen zu springen:

 

 

Ein herrliches Treiben hier... Eine sehr schöne Altstadt, wo wir in einem typisch spanischen Restaurant unter lauter Spaniern spanisch essen gehen... Ich bin so euphorisch, dass ich nachmittags um 14 Uhr zum essen nen Rioja bestelle. Es schmeckt, uns geht es gut...

 

 

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Wir bleiben bis zum Sonnenuntergang um 18 Uhr in San Sebastian:

 

 

...fahren mit dem Bus wieder zum Stellplatz, bleiben noch eine Nacht hier und fahren am nächsten Tag dann, nachdem wir uns mit Wasser ver- und unser Abwasser usw. entsorgt haben, weiter entlang der nördlichen Spanienküste.

Nach ca. 100 km durch teils sehr bergige Gegend kommen wir um 15 Uhr in Ibarrangelu an (GPS: 43.398893,-2.684634). Schon im Auto ist uns warm. Als wir dann parken und aufs Thermometer gucken, glauben wir es kaum: draußen sind 26°C !!

 

 

 

 

Wir essen schnell etwas und müssen dann unbedingt an den Strand, der sich direkt am Parkplatz befindet:

 

 

 

 

 

Hier unser kleiner Freudentanz:

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Am Morgen des 8.11. ist es wieder trüb und regnet. Außerdem hat es die ganze Nacht gestürmt. Es ist wie verflixt. Als wir ankommen, gibt es kein Lüftchen. Am Abend zieht dann auf einmal ein Sturm von den Bergen hinab, dass es einen ordentlich durchrüttelt. Ich konnte so gut wie gar nicht schlafen, bin nachts nochmal raus, um zu gucken, ob es irgendwo in der Nähe einen windgeschützteren Platz gibt, aber keine Chance!

 

Der nächste Schlafplatz muss definitiv geschützter liegen, damit wir ne stressfreie Nacht haben.

Wir fahren also weiter, und das durch wunderschöne Berge. Hier mal ein Bild von der Fahrt - leider verregnet und lange nicht das Schönste, aber für den Eindruck, den es euch geben soll:

 

 

 

 

Am Ende landen wir auf dem Stellplatz in Cabarceno (GPS: 43.358098,-3.819412). Hier gibt es nette weiße Vögel (kann uns jemand sagen, was das für Tiere sind? - sind es Silberreiher?):

 

 

 

Am Morgen des 9.11. dann zeigt das Thermometer 7,3°C an... Wir sind in hügligen Gegenden... Also schnell Heizung an, erster Kaffee und Weiterfahrt Richtung Gijon (GPS: 43.54723,-5.63616). Wir wollen eigentlich schnell südlicher kommen, aber da sind die Berge... Teilweise gibt es keine Vertikalverbindungen. D. h. erstmal bis kurz hinter Gijon und dann nach Süden abdriften.

 

Unterwegs schlimme Böen, die kreuz und quer über die Autobahn fegen. Ich fahre manchmal nur noch 60, halte das Lenkrad krampfhaft fest, um nicht meine Spur zu verlieren. Im Gegensatz zu Edda freu ich mich schon fast über jeden Tunnel, der auftaucht. Für ein paar Sekunden mal Hände ausschütteln.

Nachmittags kommen wir dann in Gijon an, ich bin völlig platt und durchgeschwitzt.

Nach dem Essen schauen wir noch nen Film auf dem Laptop und gehen dann schlafen. Wir hoffen, dass wir von dem Wind, den wir sehen und ein paar Meter weiter spüren, nichts abbekommen. Haben uns extra noch mal umgestellt. Hier scheint alles gut zu sein.

 

Am 10.11. morgens dann mein Blick aus dem Bett:

 

 

Es kommt sogar ein Bäckerauto über den Platz gefahren... Wir frühstücken und fahren dann weiter ins Landesinnere, um abzukürzen und schneller im Norden Portugals zu sein.

Gijon ist nicht so besonders schön. Hässliche Hochhäuser säumen den Strand, der auch hier direkt an der Stadt liegt. Aber es ist nicht mit San Sebastian zu vergleichen und wir fahren also weiter.

Auf kürzestem bzw. schnellstem Wege wollen wir jetzt nach Nordportugal. Wir fahren also quer durch Nordwestspanien, schlafen eine Nacht in den Bergen an einem Gebirgsfluss in Chantada (GPS: 42.60594,-7.77987) - hier erinnert mich vieles an die bergige Tschechei. Immer wieder erinnere ich mich, dass ich in Spanien bin. Ein merkwürdiges Gefühl.

 

Auf dem Weg nach Chantada - es sieht so aus - ....

 

 

... hören wir die CDs unserer Freunde und lachen uns fast schlapp. Zugegeben, wir haben erst jetzt reingehört. Nie vorher, außer noch in Deutschland, als wir Ellen's CD hörten, hatten wir wirklich Lust auf Musik. Eigenartig, aber jetzt mit der Sonne und dem blauen Himmel und einer leeren Autobahn (kilometerweise fahren wir hier allein...) und ohne Wind (ich kann das Lenkrad auch mit nur einer Hand festhalten und mich zwischendurch mal am Kopf kratzen), können wir das beide genießen. Wir singen beide mit - freuen uns über Hans Albers' "letztes Hemd", über einiges anderes und... die Ammer, die ist der Hammer!!!!

Mensch Ingo und Kerstin, wisst ihr, dass die Ammer so was wie ein geflügeltes Wort bei mir geworden ist?

Immer wenn ein Vogel irgendwo hier ganz nett zwitschert und wir beide lauschen, sage ich: ne Ammer ist's nicht... Ich war mir nicht sicher, ob ich sie wiedererkennen würde, aber wenn überhaupt einen Vogel, dann die Ammer.

Und dann kommt das Tierili-tirila da von der CD. Edda und ich haben uns beim Fahren auf die Schenkel geklopft vor Lachen!!! Ihr alle habt uns echt mit den CD's nochmals zu Tränen gerührt!

 

 

 

Zum Abschluss bleibt noch zu sagen, dass wir also seit heute (11.11.) in Portugal sind. Über kilometerlange abenteuerliche Straßen, die nur Ureinwohner Portugals (oder Chantall) kennen, sind wir heute gefahren.

Bei 20°C draußen und Sonne auf dem Pelz bin ich wieder ganz schön ins Schwitzen gekommen.

So oder ähnlich sah das aus, quer über die Straße HÄNGENDE Elektroleitungen, enge gemauerte Gassen, wo nur ein Auto durchpasst:

 

 

 

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In Afife stehen wir direkt am Meer, hatten bei 18°C einen wunderschönen Sonnenuntergang und bis jetzt ist kaum Wind. Blick aus dem Wohnmobil:

 

 

 

Ich sitze noch im Alkoven am Rechner, Edda schläft schon. Wenn ich aus dem Alkovenfenster schaue, sehe ich, wie der kleine halbe Mond das Meer anstrahlt und zum Leuchten bringt. Das heißt zumindest, dass es keine Wolken gibt!

 

 

unsere Route seit Beauvoir-sur-Mer (ca. 1700 km):

 

 


 

 

 

[Stephanie]

 

 

 

Mittwoch, 20.11.2013

 

Ihr Lieben, vielen Dank für eure Nachrichten, ob per Mail oder im Gästebuch... Es ist immer schön, von euch zu hören. Danke auch Ingo für die Info über die Kuhreiher!

 

Wir sind in Portugal und haben schöne Erlebnisse hinter uns. Hier noch ein Bild, dass mir so gut gefallen hat, dass ich es euch nicht vorenthalten möchte - es war am 11.11. in Baiona (GPS: 42.113947,-8.826037):

 

 

 

 

Am 12.11. sind wir von Afife schweren Herzens abgefahren, denn es war einfach wirklich ein schöner Platz und das Wetter grandios: Sonne, kein Wind,T-Shirt-Wetter. Allerdings wie so oft im Leben: es ist, wie es ist und es kommt wie es kommt. Und was da kam, war eben auch nicht schlecht!

Wir wollten Kilometer machen, da in Coimbra (noch ca. 250 km südlicher als Afife) ein besonderes Erlebnis auf uns wartete. Dafür mussten wir am 14.11. unbedingt dort ankommen. Also war der Plan, noch heute an Porto vorbeizufahren und dahinter dann einen Stellplatz anzusteuern.

Was wir nicht wussten, Chantal hatte sich dafür den direkten Weg durch Porto ausgesucht. Also hatten wir bereits mit Wohni eine Kostprobe von Porto: im abendlichen Sonnenlicht durch die Altstadt, schmale Gassen links, dann rechts, dann wieder links, usw. Am Ende führte die Straße kurz am Wasser entlang, noch um eine Kurve, und dann... - ich traute meinen Augen nicht: eine Stahlbogenbrücke über den Duoro - eine Fahrbahn oben (schätzungsweise in 60 m Höhe), eine unten. Bauweise wie der Eiffelturm in Paris. - Und? Chantal führte uns genau hierüber! Das war ein tolles Erlebnis für mich.

Auf der anderen Seite des Flusses gleich noch eine Aufregung: Chantal wollte unbedingt, dass wir weiter am Wasser entlang fahren. Wir auch. Uns hielt auch nicht ab, dass diese Straße eigentlich durchgangsgesperrt war. Eine wunderbare Fahrt auch aus Porto hinaus. Ein paar Kilometer südlich von Porto also fanden wir dann den nächsten Stellplatz - hinter den Dünen am Meer (GPS: 41.108564,-8.662827). Wir mussten natürlich gleich noch gucken gehen, wie es hier so aussieht, das Meer. Also raus, bevor die Sonne ganz hinterm Horizont verschwindet.

 

 

so sah es dann aus, das Meer und sein Strand - hier bei Madalena

 

 

im Hintergrund Porto

 

 

 

 

Als uns die Sonne verlassen hat, will Edda unbedingt noch ihr Haar geschnitten haben. Das machen wir also noch schnell draußen. Dann gehts rein ins Wohnmobil und kochen ist angesagt.

 

Am nächsten Morgen ist es wieder erstmal kalt - gegen 8 Uhr auch nur 8°C - anderthalb Stunden später sind es bereits 19°C und wir gehen an den Strand:

 

 

Wir genießen das tolle Wetter, es ist wunderschön hier!

 

 

 

 

 

Als wir gegen Mittag wieder zum Wohnmobil kommen, zeigt das Thermometer sogar 29°C an - für draußen und drinnen! Es ist nicht zu fassen!

 

Nach einem kleinen Mittagessen gehts dann aber weiter Richtung Süden. Wir übernachten in Praia de Mira auf einem großen Sandparkplatz hinter riesigen Dünen ganz allein (GPS: 40.446429,-8.804158). Kein besonders schöner Platz, aber ein anderer war nicht mehr erreichbar - nur 100 km sind wir heute gefahren und nun ist bereits die Sonne untergegangen.

Am Morgen des 14.11. wieder strahlender Sonnenschein. Wir stellen die Stühle raus, trinken draußen Kaffee, essen draußen das erste Brot und lesen. Wir sind hier ganz allein.

Nachdem ich mir noch Haare gewaschen und sonstige Körperhygiene betrieben habe, fahren wir dann gegen Mittag weiter - bis Coimbra sind es noch ca. 50 km.

Kurz vor drei kommen wir hier an. Wir wollen mitten rein in die Stadt. Es soll auch einen offiziellen Stellplatz hier geben, wir fahren ihn auch an, aber es steht ein Durchfahrtsverbotschild dort und eine Schranke. Also doch den Parkplatz ansteuern, den ich als Alternative rausgesucht hatte (GPS: 40.20493,-8.43239).

Ihr müsst euch vorstellen, ein Platz so groß wie der Luisenplatz in etwa. Schräges Gelände und voller Autos! Man kann kaum eine Parkordnung erkennen, geschweige denn eine freigelassene Fläche zum Befahren des Parkplatzes.

Wir also volle Kanne rauf auf den Parkplatz! Trotz allem! Ich MUSS hier rauf. Sonst weiß ich nicht wohin. Ich komme mir etwas vor, wie ein LKW-Fahrer, der mit seinen 20 m in eine Sackgasse fährt, von der er weiß, dass er nicht wenden kann. Aber irgendwie wird es schon gehen...

Kaum sind wir drauf auf dem Parkplatz und blicken uns suchend um, springen drei, vier junge Portugiesen vor das Auto, zeigen mit ihren Armen in eine Richtung, dort steht der nächste, der wieder winkt... Ich fahre, so schnell es geht, ihm hinterher. Er läuft zickzack durch die parkenden Autos und winkt immer wieder. Ich muss tiefen, tiefen Schlaglöchern ausweichen und wir fragen uns, wo er uns hinlotsen will. Am Ende stehen wir in einer Ecke des Parkplatzes zwischen einer (wie ich da noch denke, ausrangierten) Imbissbude, einer riesigen Werbetafel und einem PKW. Wir stehen vorwärts drin, vorher ging es vorwärts um mehrere kleine Ecken - ich habe keine Ahnung, wie wir hier je wieder rauskommen sollen, denn rückwärts wird das so nichts. Aber egal, erstmal sind wir hier, essen etwas und gehen dann über die Brücke in die Stadt.

Coimbra ist eine Studentenstadt, wenn nicht DIE Studentenstadt. Seit 1300 gibt hier die Uni. Die Stadt liegt am Hügel und leuchtet abends im untergehenden Sonnenlicht.

 

 

Hier tranken wir erstmal Kaffee und schrieben wieder mal einige Ansichtskarten. Vor allem wegen der Strilizie rechts im Bild ist dieses Foto entstanden - die stehen hier in der Gegend überall rum und blühen:

 

 

Wir laufen dann noch etwas durch die Stadt, trinken später noch ein Bier, essen einen wirklich sehr ekligen Burger, der bei mir dann nur noch aus Brötchen, Salatblatt und Ketchup besteht - alles andere ekelt mich zu sehr an. Dann fahren wir mit einem Taxi zum Conservatorio de Musica de Coimbra, um dort um 22 Uhr Sophie Hunger zu erleben.

 

 

 

Ich bin ganz aufgeregt, freue mich riesig, dass wir es geschafft haben, hier zu sein. In Frankreich hatten wir beide schon den Gedanken abgehakt, rechtzeitig hier zum Konzert zu sein. Wir wollten uns einfach nicht stressen, und schon gar nicht irgendwelche Termine einhalten. Als aber das Wetter teilweise so schlecht war und wir immer schneller Richtung Süden fuhren, war es dann auf einmal wieder ein erreichbares Ziel.

Und nun saßen wir hier und warteten, dass das Konzert beginnt.

Die portugiesische Vorgruppe aus drei Männern (2xGitarre, 1xKeyboard) berührt uns, und mir wird plötzlich für einen kurzen Moment klar, wo wir sind, was wir hier und die letzten Wochen machen. Ich habe einen Kloß im Hals.

Dann geht es los - Sophie kommt auf die Bühne, singt ihr erstes Lied, ohne Begleitung, in Switzerdütsch. Es folgen weitere tolle Lieder. Ein wunderschöner Abend für uns. Was wird uns durch den Kopf gehen, wenn wir sie dann später wieder einmal in Berlin erleben?

 

Etwas schade finden wir, dass es Sitzplätze gab.

Die Atmosphäre war also nicht mit der Im Lido oder Festsaal Kreuzberg zu vergleichen.

Aber trotzdem ein wunderschöner Abend für uns.

 

 


Nach dem Konzert dann - es ist wohl schon nach Mitternacht - laufen wir den Weg zum Parkplatz zu Fuß zurück - es ist mühsam, sicher 1,5 km berauf, bergab. Edda's Ischias schmerzt!
Als wir am Parkplatz ankommen - es ist nach 1, eher später - zeigt sich uns folgendes Bild: fast der ganze Parkplatz ist leer, bis auf Wohni in seiner Ecke ganz vorn auf dem Parkplatz. Daneben die Imbißbude hat geöffnet, der Laden kriegt seinen Strom über ein abgewracktes Auto, das daneben steht und dessen Motor läuft. Am anderen Ende des Parkplatzes das gleiche Bild: eine Imbißbude, verbunden über ein Kabel mit dem danebenstehenden Lieferwagen, dessen Motor unaufhörlich ackert.
Wir haben beide Hunger und holen, nachdem wir Wohni in eine Ecke umgestellt haben, aus der wir am nächsten Tag einwandfrei herauskommen, uns hier also noch jeweils einen (diesmal) vegetarischen Döner und essen diesen im WoMo. Ich glaube gegen 2 Uhr schlafen wir umgeben von den Geräuschen zweier rasselnder Automotoren ein...

Am 15.11. dann fahren wir nach dem Frühstück wieder weg von Coimbra, und zwar wieder nach Norden, was uns etwas eigenartig vorkommt. Aber wir wollen unbedingt noch einmal nach Porto, um es uns zu Fuß anzusehen. Unsere Durchfahrt mit Wohni hat uns neugierig gemacht.
Hierzu fahren wir nach Espinho, etwas südlich von Porto gelegen und bleiben für zwei Tage auf dem leeren Campingplatz (GPS: 41.014163,-8.637454).
Überall hier blühen noch Trompetenbäume, auch Datura genannt:




Vom Campingplatz aus fahren wir am 16.11., nachdem wir groß Wäsche gewaschen und den halben Campingplatz damit zugehangen haben, mit dem Zug nach Porto hinein.
Aus der Bahn ergattere ich dieses Bild:



Diese Brücken haben es mir irgendwie angetan...


 
In Porto kommt man am Endbahnhof
Sao Bento an. Dieser hat eine wunderschöne Bahnhofshalle.



Alles ist wunderschön mit Fliesen bestückt.
Der Zustand dieser Halle ist deutlich
besser als viele, viele Straßen hier :-)

Echt ein Schmuckstück.





 



Die Bahnhofsuhr...


Die Straßen von Porto:



 
 

 
 





 


















Porto gefällt uns, auch wenn wir uns
etwas "verlaufen" und leider mal wieder
nicht ganz die Ecken finden, die uns so
ansprechen. Auch wollen wir später
einfach kein portugiesisches Restaurant
finden, indem wir lecker essen könnten.
Es gibt ein Viertel, da gibt es ausschliesslich
Läden: Klamotten, Uhren... Alles Mögliche,
nur keine Restaurants. Da Edda immer
noch nicht wirklich viel laufen kann,
werden wir dann auch unruhig. Ohne
Erfolg zuweit in eine Richtung bedeutet
immer: alles wieder zurücklaufen! Am
Ende sind wir froh, dass wir ein Café
finden, indem es Kleinigkeiten zu essen
gibt - leider tourisrtisch! Das Essen hat Frittenbudencharakter, aber wir haben
erstmal was im Bauch.



 
 
  die historische Tram in Porto


Wir sind auch mit einer historischen Tram mitgefahren, allerdings mit der Linie 1. Diese ist eher langweilig. Ich denke, die 22 quer durch die Stadt wäre schöner gewesen, aber wie so oft: wir haben einfach nicht die richtige Haltestelle gefunden...


Naja, am nächsten Morgen dann auf dem Campingplatz:



es ist kühl, die Sonne hat Wohni noch nicht ganz eingehüllt...
So sieht's eigentlich jeden Morgen bei uns aus (wenn wir nicht gerade draußen sitzen können): eingemummelt mit Kaffee, Fluppe und Lesen - bis es warm wird!

Am 17.11. dann wollen wir unbedingt wieder weiter südwärts kommen - Fernziel ist Lissabon.
Auf dem Weg dorthin liegt Aveiro, ein kleiner alter Fischerort, den wir auf der Fahrt nach Coimbra auch einfach liegengelassen haben.

Wir fahren den gleichen Weg Richtung Süden wie beim ersten Mal, als wir Coimbra ansteuerten. Damals haben wir in einer bestimmten Gegend bereits überall Storchennester gesehen. Aber alle waren leer.
Heute sitzen überall Störche drauf oder fliegen über uns. Glücklicherweise kann ich kurzfristig anhalten, und wir können diesen Augenblick genießen. Überall, wo ein Mast oder etwas mastähnliches ist, haben die Nester gebaut. Wir sind völlig fasziniert, stehen mit offenen Mündern da und sind glücklich. Allein dafür hat sich gelohnt, nochmal nordwärts nach Porto und dann wieder südwärts zu fahren. Aber seht selber:

































:



Nach diesem schönen Erlebnis geht es weiter nach Aveiro. Dort machen wir dann Halt. Es gibt einen Parkplatz extra für Wohnmobile (GPS: 40.64118,-8.65407).
Hier gibt es kleine Kanäle - es wird auch das portugiesische Venedig genannt -, auf denen bunte Boote ihre Runden drehen - natürlich mittlerweile sehr touristisch.
Wir finden sogar mal ein nettes kleines Restaurant an so einem Kanal, das ganz und gar nicht touristisch ist. Wir genießen hier die knalle Sonne und das Flair - hier scheint jeder einen Hund zu haben, drei oder vier laufen ständig in unserer Nähe frei herum.
Wir haben Hunger und bestellen so ne Art portugiesisches Menü - mit Fisch (auf Fleisch haben wir keinen Appetit mehr). Mit etwas Englisch erklärt uns der Kellner, ein lockerer junger Bursche, dass es diese Tagesmenüs nicht mehr gibt. Wir sagen ihm, dass wir kein Fleisch wollen, lieber Fisch, er aber meint, er hätte keinen Fisch mehr... Nun ja, er bietet uns an, auf dem Grill zubereitete Scampis zu bringen - mit Pimentos (kleine Paprikaschoten) und etwas Reis.
Als das Essen dann kommt, können wir es kaum noch erwarten, solchen Hunger haben wir. Und es schmeckt uns vorzüglich. Das hat uns sehr gefallen dort:



Die Sonne steht dann schon tief, es ist 16 Uhr, als wir weiterfahren. Der nächste Stellplatz, den wir rausgesucht haben, befindet sich oben auf den Bergen/Klippen und man soll einen wunderbaren Weitblick über die Ebene und die Küstenlinie haben. Laut Chantal ca. 66 km von Aveiro entfernt - ca. anderthalb Stunden. Das ist machbar. Zwar wird es dämmern, wenn wir ankommen, aber den Platz wollen wir uns nicht entgehen lassen.
So fahren wir bei tiefstehender Sonne südwärts.
Ca. 15 km vor dem Ziel, der Himmel mittlerweile tiefblau mit rot schimmernden Wölkchen, lässt uns Chantal in eine Straße einbiegen, die immer schmaler wird. Es gibt einen Punkt, wo wir nicht mehr umdrehen können, denn es gibt dafür keinen Platz. Laut Chantal soll es so noch ca. 12 km geradeaus gehen. Würde die Straße jetzt nur schmaler werden bzw. sein, wäre das an sich kein Problem, aber die Straße wird zunehmens schlechter. Schlagloch reiht sich an Schlagloch. Groß wie Babybadewannen! Nebeneinander, hintereinander... Wohni geht mehr als dass er fährt. Ich glaube, wir brauchen für diese 12 km über eine Stunde, wahrscheinlich eher anderthalb. Rings um uns nur Dünensand mit Wald. Der Mond geht auf, leuchtet in seiner vollen Größe auf uns herab. Noch 9 km, noch 8 km... noch 3 km. Es will kein Ende nehmen. So ungefähr sieht es aus, als es fast schon zu dunkel für ein Foto ist:



Irgendwann kommt die erste Hütte, das erste Haus. Noch 2 km asphaltierte Straße und da sind wir.
Ich bin völlig breit! Edda wohl auch. Wohni wird abgeparkt und ich brauch erstmal nen Schnaps.
Es bleibt nicht bei einem. An dem Abend hab ich ganz schön ein Ding zu sitzen.
Wir beide spielen noch Karten, hören Sophie Hunger, quatschen über das Konzert und andere Dinge, gehen noch mal raus und betrachten unsere Aussicht im Vollmondlicht - es ist grandios!
Irgendwann fall ich nur noch ins Bett, hoffe, die Welt hört auf, sich zu drehen und schlafe dann ein.
Mit Brumschädel stehen wir auf und genießen noch einmal, bevor wir weiterfahren, den tollen Blick. Leider ist es etwas verhangen:




Und hier stehen wir (GPS: 40.202108,-8.879958):





Trotz einiger Anlaufschwierigkeiten an diesem Tage, es ist der 18.11., entschließen wir uns spät, doch noch weiterzufahren.
Ziel soll sein: Nazaré. - 90 km von hier. Dort kommen wir auch gegen frühen Abend an, die Aussicht genial, aber der Stellplatz ist uns zu nah am Abgrund und Wind zieht auf:




Hier der Blick in die andere Richtung - nach Nazaré:




Also entschließen wir uns, ein Stück zurückzufahren und bleiben dann einfach in der Nähe in einer kleinen Straße am Waldrand stehen. Am Horizint sehen wir das Meer und die untergehende Sonne.
Wir sind beide noch geschafft vom letzten Tag bzw. Abend und schlafen wie ein Stein.
Am nächsten Morgen, die Sonne scheint ins Wohnmobil und wärmt uns ordentlich auf, findet Edda, als sie draußen etwas rumläuft, Tannzapfen. Riesige!! Die müssen natürlich mit.
Es ist der 19.11. und wir fahren weiter Richtung Süden. Nach 30 km die erste Pause! Es ist so schön sonnig, dass wir nicht nur kochen, sondern auch ausgiebig lesen und uns treiben lassen.
Irgendwann dann wollen wir jedoch weiter.
Wir kommen gegen 16:30 Uhr auf dem Stellplatz an, den wir rausgesucht haben (GPS: 39.26981,-9.30439), aber es bläst uns dermaßen um die Ohren, trotz strahlendem Sonnenschein und super Aussicht, dass wir hier nicht bleiben wollen. Wohni wackelt wie verrückt. Wir haben aber keinen Stellplatz mehr im Petto, der in der Nähe wäre, also fahren wir los - auf der Suche nach einem stillen Plätzchen. Es wird dunkel.
Nach Versuchen quer über einen Feldweg, Ecke links, Ecke rechts bleiben wir einfach irgendwann neben der Straße auf einem Sandplatz stehen.
Es ist eigentlich zu laut, Auto's und nicht endenwollendes Hundegebell, aber irgendwann kehrt auch hier Stille ein und wir können ganz gut schlafen.

Am 20.11. geht es weiter, aber nur ein Stück. Wir wollen bei dem Wetter mal irgendwo liegen und lesen. In der Sonne... Also fahren wir ca. 40 km, unterwegs haben wir diese und ähnliche Aussichten:



Gegen Mittag schon kommen wir an einem wunderschönen Stellplatz an - direkt am Meer, hinter Felsen, mit toller Brandung. Es gibt noch kein Foto davon. Vielleicht beim nächsten Bericht.



 

unsere Route von Afife nach Coimbra (ca. 250 km):

 

 

 

 

dann weiter von Coimbra nach Sao Lourenco (ca. 430 km):

 



 

 

 

 

[Stephanie]

 

 

 

 

Samstag, 30.11.2013

 

 

Nachdem wir am 20.11. auf dem bereits genannten wunderschönen Platz an einer einsamen Bucht angekommen sind, vergeht der nächste Tag, ohne dass wir einen Kilometer fahren. Es gefällt uns so gut und wir haben Lust, faul zu sein, so dass wir einfach bleiben.

 

unser Blick aus dem Wohnmobil (GPS: 39.011156,-9.421248)

 

 

herrliche Wellen... - und obwohl es nicht sonnig ist und im Laufe des Nachmittags des 21. sogar

beginnt zu regnen, sind Surfer im Wasser, die diesem Anblick nicht widerstehen können, was ich

sehr gut verstehen kann

 

 

Am 22.11. aber fahren wir dann doch weiter... Ich glaube, mehr als 2-3 Tage an einem Ort halten wir nicht aus.

Dann treibt es uns wieder vor Neugier und Abenteuerlust.

Also fahren wir Richtung Cabo da Roca, dem westlichsten Zipfel Europa's (GPS: 38.78057,-9.49780):

 

 

Leider beginnt es zu regnen und die Sicht ist dementsprechend schlecht. Ein paar Fotos habe ich mir allerdings nicht verkneifen können:

 

 

 

 

 

 

Von hier gehts weiter immer an der Küste entlang Richtung Lissabon. Unterwegs noch einkaufen bei Lidl, durch Cascais und Estoril durch. Die Orte hier in der Gegend finden wir beide nicht schön: groß, hässlich, verbaute Küste. Das einzige, was mir hierbei sehr gefällt: die Straße führt von Cascais bis nach Belem, Lissabon immer direkt am Meer entlang.

Und plötzlich... sind wir in Lissabon! Ich kann es irgendwie nicht glauben. Worauf ich mich so lange gefreut habe, ist jetzt Wirklichkeit. Wir stellen uns in Belem an einem kleinen Hafen auf einen Parkplatz direkt am Tejo (GPS: 38.692318,-9.212758). Eigentlich wollen wir nur für die Nacht hier bleiben und dann am nächsten Tag zum Campingplatz in Lissabon fahren, um dort die Tage "sicher" zu stehen, wenn wir in Lissabon unterwegs sind.

Am nächsten Tag entscheiden wir aber, dass wir einfach hier stehenbleiben. Wir fühlen uns sicher und haben auch ein gutes Gefühl, Wohni hier den Tag über allein zu lassen.

Ganz früh schon werde ich wach und muss einfach rausgehen und fotografieren. Kurz vor 7 Uhr sieht es so aus vor unserem Wohnmobil:

 

 

 

Edda wird gleich mit wach. Wir bleiben auf und trinken Kaffee. Gucken einfach aus dem Fenster:

 

 

und hier hat man auch immer etwas zu gucken... Große Lastkähne kommen vorbei oder eben dieses Kreuzfahrtschiff...

 

... von dem man meint, es passe doch gar nicht unter der Brücke durch, aber es klappt. Später sieht man: es ist tatsächlich noch mal so viel Platz zwischen Brücke und Schiff, wie das Schiff selber hoch ist.

 

 

An diesem 23.11. dann fahren wir das erste Mal nach Lissabon rein. Dazu müssen wir leider von unserem Schlafplatz aus ca. 1 km laufen, was Edda immer noch schwer fällt. Aber wir finden dann die Bahnstation "Alges" und fahren für 1,55 € nach Cais do Sodre, dem Bahnhof am Tejo in Lissabon. Von dort weiter 3-4 Stationen mit dem Bus ins Zentrum. Wir bummeln in der Baixa, das kann man hier wirklich gut, trinken Kaffee, finden einen guten Sushi-Laden, in dem wir ausgiebig verschiedenste Dinge essen und fahren zum Sonnenuntergang mit der historischen Tramlinie 12 durch die Altstadt von Lissabon:

 

 

 

 

 

 

 

Danach suchen wir noch die deutsche Buchhandlung "Buchholz" auf, weil uns die Lektüre ausgeht. Leider hat der Laden im Norden der Stadt schon zu. Ziemlich kaputt laufen wir dann noch etwas durch die Stadt und nehmen später ein Taxi zurück zum Stellplatz.

 

Am nächsten Morgen werde ich wieder früh wach - pünktlich zum Sonnenaufgang - und? Ihr könnt's euch denken: ein Foto!

 

 

... ohne Wolken, strahlend blauer Himmel... Es wird ein schöner Tag!

 

Wir gönnen uns den "Luxus", in Lissabon zu sein und trotzdem einen ganzen Tag am/im Wohnmobil zu verbringen. Es ist Sonntag, der 24.11. und es herrscht reges Treiben um uns herum. Jede Menge Besucher spazieren am Wohnmobil vorbei, machen Fotos, gucken alles an, was so sehenswert ist, so wie zum Beispiel dieses Hippo-Mobil:

 

 

 

Direkt neben dem Wohnmobil fährt es mit einer lauten (lächerlich) festlichen Musik ins Wasser und "schwimmt" einfach auf dem Tejo davon...

Die Menschen kommen herbeigerannt und knipsen und knipsen. Wie wir! :-)

 

Hier noch ein paar Schnappschüsse vom Wohnmobil aus:

 

 

 

 

Ponte 25 de Abril bei Nacht:

 

 

 

Am Abend dann noch helfen wir auf dem Parkplatz ein paar portugisischen jungen Männern mit unserem Starthilfekabel, aber es will nicht funktionieren. Sie gestikulieren und lamentieren, sie schieben an, holen noch einen Transporter und versuchen es noch mal mit unserem Kabel, aber es klappt nicht.

Am Ende schleppen sie sich gegenseitig ab und siehe da: er springt an. Weg sind sie!

 

 

Am Montag, den 25.11. wollen wir noch einmal nach Lissabon reinfahren. Damit der Fußweg zur Bahn nicht ganz so weit ist, entscheiden wir uns, einfach 2-3 km weiter Richtung Zentrum Lissabon zu fahren. Bei unserer ersten Fahrt mit der Bahn haben wir dort nämlich einen Parkplatz gesehen, der direkt Anschluss an die Bahn hat: Bahnhof Belem.

Dort also fahren wir kurz hin, stellen Wohni wieder direkt am Tejo ab und fahren mit der Bahn ins Zentrum von Lissabon. Hier suchen wir noch mal den deutschen Buchladen auf und müssen uns leider sagen lassen, dass es keine deutschen Bücher dort zu kaufen gibt, auch bestellen kann man keine. Das wird also noch Aufgabe bleiben: irgendwie müssen wir an Bücher kommen!

 

Wir laufen dann erneut durch die Unterstadt, die Baixa. Bummeln, trinken Kaffee im Café A Brasileira - gemeinsam mit Fernando Pessoa...

 

 

... hören dabei diesen beiden ambitionierten Straßenmusikern zu:

 

 

 

An diesem unserem letzten Tag in Lissabon wollen wir abends portugisisch essen gehen und, wenn wir ein entsprechendes Lokal finden, Live-Fado dazu erleben.

Dazu gehen wir Richtung Alfama, das wohl älteste und gut erhaltene, kaum durch das Erdbeben in 1755 zerstörte Viertel Lissabons. Auf dem Weg: Orangenbäumchen am Wegesrand:

 

 

Eigentlich dachten wir, unwissend wie wir sind, dass wir mit der Fahrt in der Tram 12 bereits dieses Viertel durchfahren sind. Uns treibt aber irgendetwas an, hier doch noch mal zu Fuß hinzugehen. Und siehe da: wie gut, dass wir das getan haben! Es sind kleine verwinkelte Gassen hier, oftmals so schmal, dass natürlich kein Auto oder eine Bahn durchpasst. Es ist ein herrlicher alter Kiez hier. Es ist mittlerweile fast dunkel und wir gehen vorbei an kleinen Pinten, in denen die Einheimischen ihr Feierabendbier trinken - manchmal nur 1-2 Menschen in einer Pinte, manchmal ist die Pinte gerammelt voll: kleine Kinder, Alte...

In den Gassen draußen das gleiche Bild.

Ich komme mir vor wie ein Eindringling, wie ein Voyeur. Man hat das Gefühl, hierher verirren sich selten Touris. Wir genießen es, hier lang zu schlendern. Es ist so ursprünglich portugisisch! Fotos mache ich allerdings so gut wie keine... Ich habe es völlig vergessen!

 

Irgendwann finden wir nette Lokale, wie dieses:

 

 

Leider hat es an diesem Tag anscheinend nicht geöffnet, so dass wir weitersuchen.

Wir finden dann ein Restaurant, in dem ab 19 Uhr Live-Fado gespielt wird. Dort gehen wir essen, haben einen wirklich schönen Abend und sind sehr froh, diesen Ausflug hierher noch gemacht zu haben.

Nach einem weißen und einem roten Portwein für mich geht es dann nett angedüdelt mit dem Taxi, dessen Fahrer, nachdem er uns gefragt hat, woher wir kommen, tatsächlich nichts besseres einfällt, als den Hitlergruß zu immitieren, zurück zum Wohni. Der Fahrer hat allerdings offensichtlich seinen Spaß, sagt später noch dreimal "Joke".

Naja, ein befremdliches Gefühl bleibt trotzdem bei uns zurück. Soll das das erste sein, was einem zu deutsch einfällt?

 

 

 

Am nächsten Morgen, es ist Dienstag, der 26.11., fahren wir dann von Lissabon ab. Schön war's! Noch ein Blick zurück, als wir über die Hängebrücke Richtung Süden weiterfahren:

 

der rote Strich links im Bild ist der erste Stellplatz, der rechte rote Strich ist unser letzter Übernachtungsplatz gewesen

 

Beim Vorbeifahren noch ein Blick rüber zu Jesus Christus:

 

 

 

Ca. 40 km südlich von Lissabon fahren wir dann den nächsten Stellplatz an (GPS: 38.463418,-9.191608). Da wir zeitig hier sind, können wir noch ein wenig die Sonne genießen, bevor es dann nach Sonnenuntergang doch recht schnell sehr frisch wird.

 

der Blick vom Plateau, auf dem wir stehen

 

 

der Blick vom Strand Richtung Plateau

 

 

ein herrlicher Platz, das Meer leuchtet türkis, die Sonne färbt das Land in wohliges warmes Rot...

 

 

 

 

 

 

ein schöner Tag geht zu Ende...

 

Nachdem der letzte Surfer den Strand verlassen hat, stehen wir einsam und allein hier oben, machen es uns gemütlich im Wohni, schlafen unter vielen, vielen Sternen ein und wachen erst am nächsten Tag auf - mit diesem Blick:

 

 

 

Am 27. dann fahren wir weiter Richtung Cabo Espichel (GPS: 38.420326,-9.213517). Es liegt nur 8 km vom Stellplatz entfernt und wir wollen es uns unbedingt ansehen. Dort machen wir auch gleich ne kleine Mittagspause.

Als wir dort, auch relativ einsam, herumstehen, treibt gerade ein Schafhirte seine Tiere zusammen. Jedes zweite Tier hat ein Glöckchen um, so dass es ein Konzert für uns gibt. Herrlich, diesem Treiben zuzusehen! Mit einer Ruhe geht alles seinen Gang - wie von alleine:

 

Edda mit einem der "Hütehunde"

 

der Hirte mit seinen Tieren

 

 

 

 

Weiter gehts durch einsame Dörfer - bei herrlichstem Wetter. In einem Dorf ruft Edda dann "halt mal an, schau mal, da ist ein Weihnachtsstern". So, und hier ist er:

 

ein Weihnachsstern-Baum!

 

... und gleich daneben eine Agave, die man hier überall wild wachsen sieht:

 

 

Auf dem Weg Richtung Setubal, von wo aus wir mit der Fähre nach Troia übersetzen wollen, haben wir immer wieder tolle Blicke und Wohni muss u. a. wieder ganz schön chaotische Sandwege meistern:

 

 

 

 

 

Gegen 16:30 Uhr kommen wir in Setubal an der Fähre an und müssen uns noch 50 min gedulden, bis die nächste Fähre übersetzt nach Troia:

 

auf der Fähre

 

 

 

Im Dunkeln schon kommen wir also drüben an. Der nächste Stellplatz, den ich kenne, ist aber noch ca. 70 km entfernt, also heißt es, im Dunkeln einen Schlafplatz suchen.

Erstmal fahren wir noch mal hoch Richtung Troia-Ort, wo 4 hässliche, seit den 70er Jahren teils ungenutzte Hochhäuser diese schöne Landschaft verunstalten... Da hier aber alles links und rechts der Straße abgezäunt ist, fahren wir also weiter südlich, biegen irgendwann in einen kleinen Ort (Brejos da Carregueira) ab und stellen uns einfach am Ende des Dorfes zwischen ein Haus und ebenso großes Schilf.

Am nächsten Tag schlafen wir lange. Erst gegen 10 Uhr werden wir wach, "reißen die Luken auf", lassen die Sonne rein und trinken den ersten Kaffee.

Niemand stört sich hier an uns, alles geht wie gewohnt seinen Gang. Wir werden gar nicht beachtet.

 

Es ist der 28.11. und wir müssen eigentlich schon seit zwei Tagen "entsorgen"... In Portugal ist es mit solchen V/E-Stationen schwer... sie sind ziemlich rar. Klar, könnte man auf einen Campingplatz fahren, aber das entspricht irgendwie überhaupt nicht unserer Vorstellung von Reisen. Campingplätze sind eher spießig und nur im Notfall oder aus "strategischen" Gründen, wie die Zugverbindung nach Porto vom Campingplatz aus oder zum Wäschewaschen, für uns akzeptabel. Außerdem sind wir da ziemlich unvorbereitet. Stellplätze kenne ich ne Menge, aber einen schönen Campingplatz zu finden, darauf sind wir nicht vorbereitet und somit scheidet dies grundsätzlich erstmal aus.

Jedenfalls müssen wir entsorgen und fahren deshalb einen der wenigen offiziellen Stellplätze in Portugal an.

Unterwegs dann: immer wieder Kakteen!! Wild wachsend...

Natürlich kann ich Edda kaum auf ihrem Platz halten. Sie MUSS sich da etwas von mitnehmen. Also stapft sie gemütlich in Hausschuhen über die Straße und nimmt zwei "kleinere" Triebe mit:

 

 

 

In Santiago do Cacem (ca. 50 km) erledigen wir unsere Entsorgung und können vollgefüllt mit Wasser weiterfahren Richtung Porto Covo de Bandeira (ca. 30 km) zu unserem nächsten Stellplatz. Der offizielle Stellplatz ist uns zu voll und "zu geordnet". Also fahren wir ein paar Meter zurück und stellen uns wild oberhalb der Klippen (GPS: 37.86113,-8.79351):

 

 

Von hier hat man einen phantastischen Ausblick über wunderschöne Buchten:

 

 

 

Kurze Zeit nach uns trudelt ein weiteres deutsches Wohnmobil ein, dem dann kurze Zeit später ein weiteres folgt.

So viele Wohnmobile auf einem Fleck, noch dazu alle aus Deutschland, haben wir lange Zeit nicht mehr gesehen. Aber wahrscheinlich wird das demnächst, Richtung Algarve, häufiger der Fall sein.

 

Nach einem tollen Sonnenuntergang wird noch gezockt, bevor wir müde in die Betten fallen.

Am Morgen des 29.11. werde ich um 9 Uhr wach. Edda schläft noch. Aber ich MUSS die Rollo's einrollen und die Sonne hineinlassen. Zu schön ist es bereits draußen!

Irgendwann im Laufe des Tage, man unterhält sich dann auch mal ein wenig mit seinem deutschen Nachbarn, entscheiden wir uns, noch eine Nacht länger hier zu bleiben. Wir gehen direkt vom Stellplatz in eine der einsamen Buchten hinunter und liegen dort den ganzen Nachmittag ungestört fast nackt. Immer wieder grinsen wir uns an und finden gemeinsam, dass es uns sehr, sehr gut geht. Kaum zu glauben, dass fast 1. Advent ist!

 

 

 

 

 

 

 

Am 30.11. dann fahren wir gegen Mittag erst noch einmal ein paar Kilometer zurück nach Sines, weil wir noch ein paar Lebensmittel einkaufen müssen. Von dort geht es dann wieder an der Küste entlang, an unserem letzten Schlafplatz vorbei und Richtung Cabo Sardao.

Es ist ein Platz direkt an den Klippen und wenn man zur richtigen zeit hier ist, nisten Störche direkt in den Felsen hoch über dem Meer. Heute aber sind die Nester leer:

 

 

 

unser Platz für die Nacht:

 

links oben im Bild ist Wohni zu sehen

 

 

Wohni werden wieder geländetaugliche Eigenschaften abgerungen...

 

 

 

 

unsere zurückgelegte Strecke von Sao Lourenco nach Setubal (Fähre) (ca. 190 km):

 


 

 

unsere zurückgelegte Strecke von Troia (Fähre) nach Cabo Sardao (ca. 200 km):

 



 

 

 

 

 

 

 

[Stephanie]